Bruderschaft II, § 773

Urusvati weiß, wie behutsam man sich gegenüber jedem Fortschritt der Wissenschaft verhalten muss. Es ist an der Zeit, den aus Unwissenheit hervorgebrachten Irrtum hinter sich zu lassen, der die Wissenschaften in nutzbare und abstrakte einteilte. Sämtliche Wissenschaft bezieht sich auf das Leben. Ein Gelehrter vermag bei breit angelegten Forschungen nicht vorherzusehen, mit welchen Wissenschaftsgebieten er in Berührung kommen wird. Er versteht, dass trotz der unbegreiflichen Aufteilung der Wissenschaften dennoch ein einigendes Prinzip zwischen ihnen besteht. Man muss daher alle wissenschaftlichen Kurse mit einer philosophischen Begründung beginnen, so wird man die Grundlage für die Einheit des Wissens legen. Es ist nicht möglich aufzuzeigen, welcher Wissenschaftsbereich von geringerer Bedeutung wäre. Bei den gegenwärtigen Forschungen kann jede Wissenschaft neue Horizonte eröffnen. Man kann sich erinnern, wie sich die Astronomie nach trockenen Aufzählungen in eine Wissenschaft über das Weltall wandelte. Genau dasselbe geschieht auch mit vielen anderen Wissenschaften, die ihre wahren Aufgaben finden werden. Desgleichen dürfen auch die Volksbewegungen nicht vergessen werden. Sie bedürfen wissenschaftlicher Darstellungen in zugänglicher, aber doch streng begründeter Form. Es gibt keine Volksbibliothek. Sie darf keine zufällige Erscheinung sein, sondern notwendig ist, dass der Staat in großem Maßstab Bücher über sämtliche Wissensbereiche herausgibt in Form nicht allzu umfangreicher wissenschaftlicher Zusammenfassungen. Diese Bücher sollten so aufgebaut sein, dass neueste Errungenschaften leicht einzufügen sind. Notwendig ist auch eine gute Darstellungsweise, auf dass schon die Schönheit der Sprache eine anziehende Wirkung ausübe. Vergessen wir jedoch nicht, dass Psychologie und Biologie an erster Stelle stehen sollten. Die Überirdische Welt muss schön dargestellt werden. Der Denker sprach: ‘Sieger wird derjenige sein, der über das Höchste das einfachste Wort findet.’

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