Bruderschaft II, § 769

Urusvati weiß, mit welchem Gefühl man sich der Überirdischen Welt nähern muss. Die Furcht ist ein schlechter Führer, der Verstand führt nicht zu den Höhen – man muss die Überirdische Welt lieben. Mögen die Skeptiker sich nicht wundern, dass Wir anstelle komplizierter wissenschaftlicher Formeln vom allgemein-menschlichen Gefühl Liebe als dem besten Führer sprechen. Auch bei jedem beliebigen Forschungsgegenstand wird der beste Erfolg dann erreicht, wenn der Forscher diesen Gegenstand liebt. Nur Liebe schafft höchste Anziehung. Ihr kennt die Bedeutung der Anziehung zur Genüge. Dieser Magnet ist im menschlichen Herzen angelegt, und er strebt zum größten Magneten der Überirdischen Welt. Man muss verstehen, dass Wir kein vereinzeltes, rasch verlöschendes Aufflammen von Liebe meinen. Solche Trugbilder haben keine Bedeutung, es ist dauerhafte, hingebungsvolle Liebe notwendig, die auch bei allen Lebensprüfungen unauslöschlich brennt. Eine solche Liebe führt zu jener Heimat des Herzens, in der alles bekannt, lieb und schön ist. Solche Liebe wird durch irdische Sorgen nicht unterbunden, sondern stärkt den Geist auch größte Schwierigkeiten zu bewältigen. Solches Anziehen überaus wirksamer Hilfe aus der Überirdischen Welt und solche Hinwendung werden wahrhafte Zusammenarbeit bringen. Auf solche Weise sollte auch der weltweite Aufbau erfolgen, doch sind die Menschen sich allzu selten des kosmischen Gesetzes der Anziehung und seiner Grundlage, der Liebe, bewusst. Selbst die unvollkommenste Liebe schließt bereits ein Teilchen des Guten in sich. Solcherart gelangt der Mensch, neben allen möglichen Aufspeicherungen des Verstandes, zu dem natürlichen Gefühl, welches im gesamten Naturreich lebt. Der Denker gebot: ‘Die Liebe ist das feurigste Gefühl. Entwickelt leidenschaftliche Liebe zur Überirdischen Welt.’

‹ § 768 · Inhaltsverzeichnis · § 770 ›