Bruderschaft II, § 749

Urusvati weiß, wie oft man psychische Erscheinungen mit physischen vergleichen kann. Ein Flugpilot fürchtet Abgründe in der Luft; ebenso existieren auch psychische Abgründe. Wenig erfahrene Prüflinge fürchten sich sehr vor ihnen, da sie meinen, die Ursache des Geschehens befinde sich in ihnen selbst. Sie denken, ihre Fähigkeiten ließen nach oder verschwänden ganz, doch die Erfahrung zeigt, dass hier eine kosmische Ursache vorliegt. Ich will einen noch einfacheren Vergleich anführen. Seht auf euer Abbild in ruhigem Wasser, bewegt darauf dessen Oberfläche, das Spiegelbild verschwindet, zeigt sich darauf in verzerrter Form, und erst nach einiger Zeit wird es wieder klar. Ebenso wirkt psychischer Aufruhr, das menschliche Antlitz verliert sich und verkehrt sich für lange in eine hässliche Maske. Kann man sich in solcher Hässlichkeit der Überirdischen Welt zuwenden? Sie wird durch die Hässlichkeit verändert erscheinen. Es bedarf längerer Zeit, bis die geistige Oberfläche wieder ihr wahres Spiegelbild zeigt. So erinnert euch anhand einfachster Beispiele, welche Bedingungen dem besten Verstehen der Überirdischen Welt dienlich sind. Es ist im irdischen Leben nicht immer möglich, beste Möglichkeiten zu bekommen, doch dann darf man die feinstofflichen Bereiche nicht berühren. Der Aufruhr wird sich legen, und dann kann man sich den erhabenen Dingen leicht zuwenden. Anderenfalls ergäbe sich eine Schmähung, doch ihr wisst, wie schädlich diese ist. Auf solchem Weg der Selbstbeobachtung lässt sich erkennen, wie abstoßend ein verzerrtes Spiegelbild ist. Der Denker riet:’ Bewegt die Wasseroberfläche, und studiert, was mit eurem Antlitz geschieht.’

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