Urusvati weiß verschiedene Schichten des Denkens zu unterscheiden. Gewöhnlich wird angenommen, die äußere Schicht sei die vollkommenste, da sie sich leichter in Worten ausdrücken lässt, doch das ist unrichtig. Weitaus bedeutsamer ist die tiefe Schicht des Denkens, die in Gefühlen zum Ausdruck kommt. Sie beherrscht den Menschen in viel stärkerem Maße; aus ihr erwachsen die Handlungen, die auf das Karma einwirken. Ein feinfühliges, hochstehendes Bewusstsein vermag dem tiefliegenden Denken zuzuhören, bedarf dazu keiner wörtlichen Ausformungen und weiß, dass in der Esse der Stille der Aufstieg geschmiedet wird. Konzentration ist der Begleiter wahren Verstehens. Geduldig und zartfühlend wird dieser stetige Gefährte herbeigerufen. Zufällige äußere Ströme können das Auftauchen des tiefliegenden Denkens unterbinden. Ihr habt festgestellt, dass das Denken der Massen primitiv ist, doch nicht deshalb, weil die Masse aus Dummköpfen besteht, sondern weil zufällige äußere, sich kreuzende Ströme und unterschiedliche Rhythmen die höchsten Ausdrucksformen niederschlagen. Die Masse wird sich über das Überirdische nicht äußern. Die besten Worte werden unter einem Berg von Worten begraben. Selten, sehr selten ist das Denken der Masse aktiv. In der Geschichte der Menschheit gibt es nahezu keinen Hinweis auf Entdeckungen durch die Masse. Die Masse schreit ja oder nein, äußert jedoch keine höheren Begriffe. Seid daher nicht betrübt, wenn die Masse nichts vom Überirdischen hören will. Einzelne Denkende vereinigen sich zu besonderen Strömen, und ihr mächtiger Chemismus löst Felsen auf. Der Denker sprach: ‘Lehre mich, der Stimme der Stille zuzuhören.’