Bruderschaft II, § 709

Urusvati weiß, was segensreiche Beständigkeit ist. Das Herz schlägt beständig. Jede Stockung ist bereits eine unnatürliche, krankhafte Erscheinung. So ist auch die Unterbrechung des Strebens zum Überirdischen ein unnatürlicher Zustand. Man wird sagen: ‘Aber die meisten Menschen denken doch überhaupt nicht an das Überirdische!’ Darauf lässt sich antworten, dass der psychische Zustand der meisten Menschen ja auch nicht natürlich ist. Desgleichen muss man lebendige von toter Ruhe unterscheiden. Nicht selten wandelt sich eine sogenannte Bestrebung in eine tote Gewohnheit, und solche Beständigkeit ist nicht segensreich. Jeder vernünftige Aufbau muss auf Zweckmäßigkeit gründen. Allein in solchem lebendigen Verstehen findet man Bestätigung und kann vorankommen. Erneut muss daran erinnert werden, wieviele scheinbare Widersprüche miteinander vereint werden müssen. Wir haben bereits mehrfach davon gesprochen, dass die Erkenntnis des Überirdischen in jedem menschlichen Zustand vertieft werden kann. Nicht nur ruhige Betrachtung, sondern auch heftige Schlachten können die notwendigen Impulse zum Voranschreiten geben. Dasselbe lässt sich über sämtliche äußeren Bedingungen sagen. Bei allem ist es für die Menschen notwendig, sich segensreiche Beständigkeit anzueignen. Man muss diesen Ausdruck so einfach wie möglich verstehen. Segen ist der Empfang überirdischer Energie. Sie wird jedem zuteilwerden, der sich ihr zuzuwenden wünscht. Dabei entwickelt sich auch die Entsprechung, die es erlaubt zu unterscheiden, wo das Wichtigste und Unaufschiebbare liegt. Der Denker riet: ‘Nehmt den Befehl des Herzens an, doch erinnert euch vor allem, wo das Herz sitzt und wodurch es lebt.’

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