Bruderschaft II, § 693

Urusvati weiß, dass Unsere Gerechtigkeit von vielen nicht anerkannt wird. Unvermeidliche Folgen werden nicht in Betracht gezogen. Nur einige wenige werden sich erinnern, wie genau Unsere Weisungen waren. Doch es ist nicht leicht, die Lehre des Guten zu verbreiten, wenn sie nicht im Leben angewandt wird. Wer kann denn die ganze Bedeutung des Überirdischen verstehen, wenn er sogar die gewöhnlichsten Hinweise ablehnt? Man sollte meinen, es sei nicht schwer, einen nützlichen Rat zur rechten Zeit anzuwenden, doch offensichtlich hindert etwas daran, sich seiner überhaupt zu erinnern. Vielleicht ist dieses Etwas ein böser Wille, doch gewöhnlich ist der Grund viel nichtiger, und man kann ihn mit Disziplinlosigkeit bezeichnen. Die Menschen lieben es jedoch vor allem nicht, wenn man ihnen solche Eigenschaften vor Augen führt. Sie versichern, auf ständiger Wacht zu stehen. Daher fordert nichts, was die Menschen aufgrund ihres derzeitigen Bewusstseins überhaupt nicht verstehen können. Besonders schädlich ist ein Mensch, der viel gelesen, sich aber nichts zu eigen gemacht hat. Oft ist es besser, etwas mit Nichtwissenden zu unternehmen, die jedoch einen guten Willen haben. Mögen gewisse Leser sich nicht ärgern, wenn Wir auf ihre schwächste, durch Disziplinlosigkeit entstandene Stelle aufmerksam machen. Das Überirdische erfordert eine klare Bestrebung, doch Disziplinlosigkeit ermöglicht keinen Flug. Der Lehrer weist darauf hin, dass man in den Tagen des Harmagedon angespannteste Aufmerksamkeit in sich finden muss. Ihr lest in den vorhergehenden Büchern viele dringende Weisungen, doch hat man sie beachtet? Der Denker sprach: ‘Fegt mit dem Unrat nicht auch die Perlen hinaus.’

‹ § 692 · Inhaltsverzeichnis · § 694 ›