Bruderschaft II, § 692

Urusvati weiß, dass Uns einige in ihrer Vorstellung Allmacht zukommen lassen, doch sehr Nachdenkliche verstehen, dass jede Macht eine relative Erscheinung ist. Niemand wird eine bestimmte Macht bekunden, wenn er weiß, wieviele Bedingungen dafür in Betracht gezogen werden müssen. Jeder versteht, dass eine Einflussnahme vorbereitet werden muss und jeder ihrer Aspekte Wohlwollen widerspiegeln muss. Man darf nicht denken, kosmische Ströme stellten kein bedeutendes Hindernis dar; man muss im Gegenteil unter ihnen die angemessenen auswählen. Nicht ohne Grund werden sie auch als Harfe des Raumes bezeichnet. Ein altbekannter Dichter sagte: ‘Ihr könnt meine Saiten verstimmen, nicht aber auf mir spielen.’ So sind die Menschen imstande, jede beliebige Harmonie zu stören, ohne darüber nachdenken zu wollen, wieviel Mühe aufgewandt werden muss, um eine große Harfe zu stimmen. Ebensowenig können die Menschen verstehen, wenn Ich von Unserer relativen Macht spreche. Ihrer Natur gemäß halten sie dies für Schwäche und Kraftlosigkeit. So muss man fähig sein, in vielem das Goldene Gleichgewicht zu wahren, nur dann werden die Menschen nicht enttäuscht sein. Der Denker sprach: ‘Die Kraft selbst des Stärksten wird angesichts der Unbegrenztheit beschränkt sein.’

‹ § 691 · Inhaltsverzeichnis · § 693 ›