Urusvati weiß, dass das Maß der Arbeit für das Gemeinwohl das Kriterium zur Beurteilung eines Tatmenschen ist. Um diese Wahrheit näher zu beschreiben, erinnern Wir an eine einfache Erzählung aus dem alten Indien. Am Rande eines Dorfes ließ sich ein unbekannter Mensch nieder. Der Fremdling bemerkte, dass die Bauern schädliches Wasser aus einem trüben Kanal nutzten. So begann er, einen Brunnen auszuheben. Ein guter Platz war bald gefunden, und eine unterirdische Quelle füllte den Brunnen. Böse Nachbarn jedoch, statt Anerkennung auszusprechen, flüsterten: ‘Er hat sich nicht für uns so abgearbeitet. Für sich hat er diese Quelle geöffnet!’ Der Fremdling sagte: ‘Wenn ihr davon ausgeht, werde ich für mich selbst das Wasser von weit her holen.’ Da dachten sich die Nachbarn eine neue Verleumdung aus, nämlich dass das Wasser des Brunnens vergiftet oder verzaubert sei, um das ganze Dorf zu töten. Als der Fremdling dies hörte, verließ er diesen bösen Ort für immer. Die Leute mieden den Brunnen, doch das Vieh trank das herausfließende Wasser und gedieh prächtig. Nach längerer Zeit trank ein krankes Mädchen, vom Durst geplagt, aus dem Brunnen und genas rasch. Da vergaß die herangewachsene Generation die Lügengeschichten und entdeckte die Heilkraft der Quelle. Der verleumdete Fremdling wurde zu einem Heiligen ernannt, und um seine Person begannen sich Legenden zu ranken. Doch um von einem Vergifter zum Heiligen zu werden, brauchte es eine ganze Generation. Man kann sehen, wie das Volksgewissen über die Mühen für das Gemeinwohl urteilt. Der Denker kannte eine ähnliche Erzählung aus dem Leben Griechenlands, doch war in ihr, anstelle eines Brunnens, vom Pflanzen eines Baumes die Rede. Jedes Volk kennt ungerechte Richter und wahre Anerkennung.