Bruderschaft II, § 658

Urusvati weiß, welche Gefahren aufkommen, wenn Wissensfragmente in unsichere Hände gelangen. Ich spreche von unsicheren Händen, da Nichtwissen nicht so schädlich ist wie Verrat. Man muss verstehen, welche Vorbereitung erforderlich ist, um Kenntnisse in ein geordnetes System zu fassen. Manche Führer ließen die Vorbereitungszeit absichtlich lange dauern. Sie sagten: ‘Wenn ein Bewusstsein noch nicht bereit ist, so möge die Vorbereitungszeit anstrengend gestaltet werden, und die Unreife des Bewusstseins wird schwinden.’ Es ist richtig, wenn Wissen mit allen Maßnahmen gehütet wird. Ergreifen die Menschen doch die allerbesten Maßnahmen, wenn ein explosiver Stoff aufbewahrt werden soll. Dies tun sie nicht etwa, um ein Geheimnis zu wahren, sondern um eine Verwüstung zu vermeiden. So erweist sich auch Wissen in den Händen von Schadenbringern als ein hochexplosiver Stoff. Wir achten immer auf eine angemessene Zunahme des Wissens und raten dazu, ungeordnetes Denken zu vermeiden, da es in Chaos übergehen kann. Wenn sich jemand enttäuscht zeigt und geht, braucht man ihm keine weitere Aufmerksamkeit zu schenken; er ist noch nicht bereit, und man darf ihm einen richtigen Verlauf des Denkens nicht mit Zwang vermitteln. Doch selbst kleine Samenkörner des Wissens werden nicht verlorengehen, sondern eines Tages ihre Wirkung zeigen. Der Denker sprach, als man Ihn nach etwas fragte, was noch nicht erkannt werden konnte: ‘Ein Jüngling bat einen Weisen, ihn die Staatsführung zu lehren. Der Weise sagte daraufhin: Gern, doch vorerst ernenne ich dich zum Regenten deines Herzens. Wenn du dieses Reich beherrschst, so komm wieder zu mir.’

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