Bruderschaft II, § 656

Urusvati weiß, wie verschiedenartig die nächtliche psychische Tätigkeit ist. Grob gesagt wird sie mit Träumen bezeichnet, doch ist sie eine Widerspiegelung mehrerer Lebensumstände. So kann es sich um Reflexe handeln, die von der Vorstellungskraft bekundet werden. Es kann sich um Erinnerungen handeln, die aus der Tiefe des Bewusstseins aufsteigen. Es kann sich um Einwirkungen aus der Feinstofflichen Welt handeln. Es kann sich um Eindrücke von Aufenthalten in den feinstofflichen Sphären handeln. Und schließlich kann es sich um eine ferne Botschaft handeln, die in Bildern zum Ausdruck kommt. Es wäre ein unmöglicher Zustand, die sich bei Beobachtung des Traumes eröffnenden ungewöhnlichen Möglichkeiten nicht zu nutzen. Einige Menschen behaupten, gar nicht zu träumen. Dies ist falsch, denn sie erinnern sich des Geträumten nur nicht. Man muss die gesamte Menschheit auch in dieser Hinsicht in zwei Arten einteilen. Die einen können sich ihrer nächtlichen Tätigkeit erinnern, die anderen erinnern sich nicht nur nicht, sondern beharren sogar hartnäckig darauf, dass eine Tätigkeit im Traum überhaupt nicht möglich sei. Eine besondere Situation nehmen die sogenannten Mondsüchtigen ein. Sie bekunden ihre nächtlichen Tätigkeiten auf physische Weise, ohne sich des Vorgefallenen jedoch irgendwie zu erinnern. Sie haben eine ungesunde Natur, und an ihnen angestellte Beobachtungen ergeben keine zu verallgemeinernden Schlussfolgerungen. Es handelt sich um Anomalien des Verhältnisses zwischen den Welten, die nur vom Standpunkt physischer Koordination her von Interesse sind. Beobachtungen jedoch, die an Gesunden während des Schlafes durchgeführt werden, können zu unersetzlichen Schlussfolgerungen führen. Beim Studium der Überirdischen Welt lasst uns vor allem nicht die Traumerscheinungen vergessen. Die Wissenschaft sollte sich dem Zustand, der der Feinstofflichen Welt am nächsten steht, sehr aufmerksam gegenüber verhalten. Der Denker sprach: ‘Wir dürfen über die Träume nicht in grober Weise reden. Ein feinstofflicher Zustand erfordert auch feinfühligste Beachtung.’

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