Bruderschaft II, § 647

Urusvati weiß, wie leicht es ist, nützliche Maßnahmen im Alltagsleben zu ergreifen. So ist es richtig, vor dem Schlafengehen Ruhe zu pflegen, doch die Menschen lassen gerade zu dieser Zeit Streit und Zweifel Platz ergreifen. Sie stellen sich nicht vor, dass sie sowohl ihrer Gesundheit als auch ihrem Aufenthalt in der Feinstofflichen Welt damit schaden. Jeder gelangt in die Sphäre, die seinem psychischen Zustand gleicht. Überdies geht er der wohltuenden Folge des Schlafes verlustig, wenn er in Streit und Gereiztheit einschläft. Nicht ohne Grund wird schwangeren Frauen geraten, an Schönes zu denken und Schönes in ihrem Umkreis zu haben. Das gleiche muss auch denen geraten werden, die sich in den Schlaf begeben. Es ist nicht schwer, während der letzten Minuten die Gedanken auf etwas Ernstes zu richten. Glaubt nicht, dies sei Heuchelei. Der Mensch sollte fähig sein, sein Denken zu lenken. Selbst wenn er mit schweren Erlebnissen belastet ist, kann er sich einige Minuten der Erholung davon gewähren und einem schönen Traum zustreben. Das gleiche gilt auch für die Gespräche bei den Mahlzeiten. Erfahrene Leute wissen, wie schädlich es ist, bei unangenehmen Unterhaltungen Speise zu sich zu nehmen. Jeder Arzt wird dies bekräftigen. So lässt sich in allem eine psychische Prophylaxe durchführen; sie wird nützlicher sein als viele Vitamine. So ist es auch weise, die Freunde zu bitten, nicht in Verzweiflung zu geraten, da sie in einem solchen Zustand allem möglichen Unheil die Türen öffnen. Es gibt bestimmte Krankheitsformen, die durch Kummer und Verzweiflung entstehen. Diese Krankheiten zu heilen ist schwierig, da die angegriffenen Nerven kein klar bestimmbares Bild liefern und physische Arzneien die Lage nur verschlimmern können. Der Denker sprach: ‘Bevor Äskulap uns zürnt, lasst uns lieber die Musen rufen.’

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