Bruderschaft II, § 642

Urusvati weiß, dass einige den Unterschied zwischen der Feinstofflichen und der Überirdischen Welt nicht verstehen. Ihnen scheint es, dass beide Begriffe in den Gesprächen abwechselnd gebraucht würden, nur um Wiederholungen zu vermeiden. Doch muss daran erinnert werden, dass die Feinstoffliche Welt ein bestimmter und eingrenzender Begriff ist, während im Begriff des Überirdischen nicht nur verschiedene Schichten, sondern auch die Gedankenenergie enthalten sind, derer sich auch die Erdbewohner bedienen. So muss man unterstreichen, dass die Überirdische Welt vor allem die Welt des Denkens ist. Sie herrscht sowohl in der Feurigen wie auch in der grobstofflichen Welt. Man muss wissen, dass Wir die Charakteristik Unseres Lebens nicht zufällig mit der Überirdischen Welt verbinden. Mögen die Menschen sich an das Bewusstsein gewöhnen, dass sich die genaueste Definition des inneren Lebens der Bruderschaft in einem Denkprozess darstellt. So ist auch in jedem Leben das Denken der Prüfstein. Es wurde gesagt, dass der Mensch sich selbst erkennt, wenn er den Fluss seiner Gedanken verfolgt. Dieser Strom ist vielfältig, verläuft ohne Unterbrechungen und ist selten harmonisch. Es ist nicht leicht, seine eigenen Gedankengänge zu verfolgen! Eine richtige Lebensbeschreibung muss weniger die äußeren Taten eines Menschen vermerken als vielmehr den Strom seines Denkens, nur dann kann man das Wesen des Menschen erforschen. Oftmals sehen Wir den betrüblichen Irrtum, dass sogar erfahrene Tatmenschen meinen, sie hätten eben nur gedacht und seien daher für die in ihnen verborgenen Gedanken nicht verantwortlich. Sie irren sich, wenn sie meinen, ein Gedanke bleibe ohne Folgen. Es ist schwer vorherzusehen, wann solche Folgen in Erscheinung treten werden, und es kann sein, dass sie sich überhaupt nicht in der grobstofflichen Hülle vollziehen. Eine Vielzahl karmischer Bedingungen kann auf eine Beschleunigung oder Verlangsamung von Fristen hin wirken, doch bedeutsam ist das Gesetz, dass jeder Gedanke Folgen trägt. Solche Prozesse beziehen sich gerechterweise auf die Überirdische Welt. Sie sind auf die psychische Energie gegründet, die die uranfängliche Kraft darstellt und alles Existierende erfüllt. Der Denker wies darauf hin: ‘Retten wir uns durch unsere Gedanken. Sie stellen sowohl unsere Segel als auch unseren Anker dar.’

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