Bruderschaft II, § 638

Urusvati weiß, dass lebendige Erkenntnis immer erweiternd ist, nie jedoch begrenzend. An diesem Merkmal lässt sich wahre Wissenschaft erkennen. Die Menschen möchten in allem die Materie sehen, und sie sind auch nicht weit von der Wahrheit entfernt, wenn sie der gesamten Materie eine Vielfalt von Eigenschaften zuschreiben. Das Wort ‘Materie’ selbst ist ein gutes Wort und verwandt mit dem erhabenen Begriff der Mutter. Jetzt, im Zeitalter der MUTTER DER WELT, muss man gegenüber allem, was an diese herrliche Grundlage gemahnt, besonders aufmerksam sein. Überdies muss man verstehen, dass gerade der Begriff der Materie die unterschiedlichen Eigenschaften dieses gebärenden Stoffes in sich fasst. Es wurde gesagt, dass Materie kristallisierter Geist ist, doch kann man dies auch umgekehrt sagen, da alles, von den feinsten Energien angefangen, Materie ist. Wenn jemand sich gegen das energetische Urprinzip erhebt, so wird dies ein ärmliches Urteil darstellen, da er damit gleichzeitig auch die Materie verneint. Was bleibt solchen Unwissenden dann noch? Es ist an der Zeit, die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs wiederherzustellen. Wer sich für einen Materialisten hält, sollte die Materie in all ihren vielfältigen Aspekten verehren. Es ist unstatthaft, sich als Materialist zu bezeichnen und das Wesen der Materie zu leugnen. Wie herrlich ist es indessen, die Materie zu studieren und mit dem Evolutionsprozess zu vergleichen! Ein solcher Weg wird wissenschaftlich sein. Doch muss man sagen, dass auch diese Definition Entstellungen ausgesetzt ist. Ein positiv ausgerichtetes Studium wird niemals etwas Begrenztes sein. Im Gegenteil, es muss Symbol ständiger Erkenntnisgewinnung sein. So denkt über die Bedeutung vieler Begriffe nach, und es wird auch klar werden, wie sehr Wir wünschen, dass man an alles von wissenschaftlicher Seite herangeht. Für Uns widerspricht eine solche Grundlage der Freiheit des Forschers nicht, sondern sie weist nur auf die herrliche Materie hin, die die Mutter selbst ist. Der Denker sprach: ‘Lernen wir, die Mutter zu verehren! Dann werden wir auch das Wesen der Natur verstehen.’

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