Bruderschaft II, § 637

Urusvati weiß, dass der menschliche Organismus auf alles Umgebende weitaus mehr reagiert als gemeinhin angenommen wird. Bis heute gehen die Menschen davon aus, sie lebten in einem leeren Raum, in dem es keine Verbindungskanäle gäbe. Selbst die Entdeckung der Radioübertragungen hat die Weltanschauung nicht erneuert. Doch möchte Ich nun an einen überaus realen Umstand erinnern, nämlich die Übernahme fremden Schmerzes über Entfernung. Ihr wisst bereits, dass Schmerzen unter Suggestion auf Anwesende übertragen werden können. Doch auch ohne Suggestion ist ein starker Wille in der Lage, Schmerzen anderer über allergrößte Entfernung auf sich zu nehmen. Nicht selten denkt ein Mensch aus Gutherzigkeit, das Leiden eines anderen erleichtern zu wollen und übernimmt die Krankheit selbst. Eine solche Übernahme von Krankheit kann keine physische Ansteckung sein, sondern ist ein psychischer Vorgang mit allen körperlichen Folgen. Es ließe sich eine ganze Reihe solcher psychischen Übertragungen nennen. Sie beweisen, wie feinfühlig der menschliche Organismus ist und wie sehr man auf solche feinen Erscheinungen achten muss. Die Wissenschaft hilft den meisten Menschen nicht, da sie selbst im Falle bester Erkenntnis im engbegrenzten Kreise der Gelehrten bleibt. Es ist jedoch unerlässlich, die Schlussfolgerungen der Wissenschaft den breiten Massen zu übergeben. Lasst uns keine Popularisierung fürchten, da viele neue Entdeckungen Besitztum des Volkes werden müssen. Der Denker sprach: ‘Ich sehe nicht, weshalb der Bauer weniger wissen sollte als der Städter.’

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