Urusvati weiß, dass Hass übelsten Wahnsinn erzeugt. Glücklicherweise ist voll ausgebildeter Hass nicht oft anzutreffen. Im Hass wachsen die Kräfte, und es treten unsichtbare, hinterlistige Gefährten hinzu. Solch ein Wahnsinn kann überaus gefährlich werden, doch ist das Karma des Hasses entsetzlich. Auch in der Überirdischen Welt bleiben solche Wahnsinnigen in ihrem wütenden Hass befangen. Das daraus entstehende Karma kann wahrlich als höllisch bezeichnet werden, und das Denken ist dann nur noch auf die Befriedigung des Bösen ausgerichtet. Die Tapferkeit eines Führers stumpft an der Feindseligkeit solcher Wahnsinnigen ab. Es ist daher unmöglich, sie zur Vervollkommnung zu bekehren. Wer sich daran versucht, wird, weil erfolglos, falsch handeln und rasch frühere Aufspeicherungen verlieren. Ein Hassender vermag nicht im Evolutionsprozess zu bleiben. Ihr könnt es euch gut selbst vorstellen, dass der Weg eines von der Evolution Ausgestoßenen entsetzlich genannt werden kann. Mögen die Menschen es nur recht bald verstehen, dass Hass ein schlechter Führer ist. Hass ist unstillbar. Anhand dieser Eigenschaft kann man ihn von anderen Erscheinungen abgrenzen. Mitunter verwechselt man ihn mit Strenge. Die Menschen sprechen von den wütenden Taten großer Umgestalter, doch waren solche Taten in Wirklichkeit Taten der Strenge und weit entfernt von Hass. Wir wollen hier nicht über die Gründe solcher Strenge urteilen. Man kann sich den Strudel von Unwissenheit und Feindseligkeit vorstellen, der jedem Umgestalter des Lebens begegnete! Verwunderlich ist allenfalls, dass ein großer Tatmensch nicht selbst in Hass verfällt, doch dies ist großen Tatmenschen nicht eigen. Am Kriterium des Hasses lässt sich die Stufe eines Tatmenschen erkennen. Nur ein unentwickelter und dünkelhafter Mensch, der alles ihm Unbekannte missachtet, wird durch sein Tun zum Opfer eines Strudels von Hass. Zum Hassenden wird man nicht in einem einzigen Augenblick. Statt Tropfen heilsamen Arbeitsschweißes hat solch ein Mensch sich viele Tropfen Imperil aufgespart. Ein strenger Umgestalter grämt sich insgeheim über jede im Zorn begangene Handlung, doch der Hassende empfindet Triumph in jeder seiner Grausamkeiten. Die Evolution setzt voraus, dass der Hass als eine Schande der Menschheit erkannt wird; dann werden auch viele Hindernisse verschwinden, die durch Unwissenheit errichtet wurden. Der Hass ist ein besonderer Aspekt der Unwissenheit. Der gebildete Mensch weiß, dass Hass seinen Fortschritt behindert. Glaubt nicht, Hasser seien unbedingt Giganten des Bösen; es gibt auch scheinbar unbedeutende Hasser, die dennoch das Karma des Hasses voll tragen. Hierbei sind irdische Gerichte nicht anwendbar. Und weiß denn ein solcher Hassender, was er behindert und was er zu zerstören träumt? Viele Hassende wissen nicht, was sie bekunden sollen. Sie ähneln hilflosen Steinchen in einem Strom, über die eine mächtige Strömung hinweg verläuft. Doch auch diese Steine können ein Hindernis bilden. Der Denker sprach: ‘Ich bitte das Schicksal, die Menschen vor dem Wahnsinn des Hasses zu bewahren.’