Bruderschaft II, § 623

Urusvati weiß, wie oft die Menschen unfähig sind, verwandte Begriffe miteinander zu verbinden. So erscheinen Beweglichkeit und Unerschütterlichkeit dem Erdbewohner als widersprüchliche Begriffe. Sie halten Beweglichkeit für Schwanken und Unerschütterlichkeit für Erstarrung; daraus entsteht eine Art schwankender Baum, der einen Vorbeigehenden bedroht und dabei ganz gefährlich knarrt. Der Vergleich von Beweglichkeit und Unerschütterlichkeit geht den Menschen nicht ein. Der Mensch muss beweglich sein und bereit zur Heldentat, doch muss er sich ebenfalls auf den Stab der Unerschütterlichkeit stützen. Allein in dieser Verbindung wird der Wanderer erfolgreich voranschreiten. Man darf nicht meinen, das Überirdische sei von völlig unirdischen Gesetzen bestimmt; auch dort ist ein Stab erforderlich, und auch dort wird der Drang zur Heldentat empfunden. Nicht wenige überirdische Bewohner träumen von herrlichen Flügen und bedauern die Last, die sie daran hindert. Wahrlich, eine solche Last wird nicht nur durch völlig unzulässige Verbrechen, sondern auch durch jegliches Schwanken und jegliche Verwirrung angehäuft. Vermengt das Schwanken nicht mit dem Suchen, das eine fortschreitende Bewegung in sich birgt. Eine solche Beweglichkeit nennen Wir edel. So bezeichnen Wir auch die Unerschütterlichkeit in der klaren Erkenntnis der Grundlagen als segensreich. Der Denker lehrte die Erkenntnis verwandter Begriffe. Er sprach: ‘Wir selbst sind es, die den erhabenen Leib des Seins zerschneiden.’

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