Bruderschaft II, § 607

Urusvati weiß, wie schwer die Menschen die sogenannte innere Tapferkeit verstehen. Es ist nicht leicht zu erklären, dass äußere Tapferkeit trügerisch sein kann. Ein Mensch kann sich als tapfer zeigen, dabei jedoch innerlich zittern. Man könnte eine Vielzahl von Beispielen anführen, in denen gerade das Fehlen innerer Tapferkeit Ursache für einen Untergang war. Doch verwechselt diese Eigenschaft nicht mit vielen ähnlichen. Die Menschen werden sagen: ‘Ihr sprecht wahrscheinlich von der Ruhe.’ Nicht ganz, da die Tapferkeit nur einer von mehreren Aspekten der Ruhe ist. Auch Gleichgewicht ist nur ein Nachbar der Tapferkeit. Es ist schwer zu sagen, wie innere Tapferkeit, als ständige Bereitschaft zu kühnem Denken und Tun, aufzunehmen ist. Ein Mensch ist in der Lage, Freude zu empfinden, wenn nichts ihn hindert, eine schöne Tat zu vollbringen. Gewöhnlich stören viele Überlegungen schon beim Nachdenken über eine Heldentat. Möge der Mensch in Gedanken Heldentaten vollbringen; aus solchen Heldentaten bildet sich eine strahlende Aura. Wenn dieses Licht sich festigt, kann der Mensch seine Träume in die Tat umsetzen. Es ist nicht ohne Grund gesagt worden, dass jeder Traum irgendwann Wirklichkeit werden wird. Doch muss man einen großen Vorrat an Kühnheit besitzen. Innere Tapferkeit verleiht die Möglichkeit, kühn zu streben, und dies sollte man nicht nur für die Überirdische Welt, sondern auch für die Erde lernen. Versteht es, dass alles für die Überirdische Welt Nützliche auch für die Erde nützlich ist. So muss man in Ruhe über die größten Heldentaten nachdenken. Es mag sein, dass ihr euch dabei auch an etwas aus vergangenen Leben erinnert. Jeder hat eine Heldentat entweder vollbracht oder davon geträumt. Eine Heldentat kann man unter jeglichen irdischen Umständen vollbringen. Der Denker sprach: ‘Krieger ist nicht allein derjenige, der einen Helm trägt.’

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