Bruderschaft II, § 606

Urusvati weiß, dass Wir oft über Kampf sprechen. Kampf ist, als Überwindung des Chaos, tatsächlich immer herrlich und schön. Es gibt keinen anderen Weg zum Fortschritt, doch auch dieser einfache Begriff erfährt unterschiedlichste Auslegungen. Scheinheilige erheben sich gegen ihn, indem sie ihre auf Gedankenlosigkeit und Tatenlosigkeit gegründete Welt preisen. Heuchler werden sagen, dass ihr Gezänk und ihre Raufereien bereits Kampf seien. Und schließlich werden noch die Hinterlistigen absurdeste Vergleiche anstellen, nur um ihre eigenen bösen Vorhaben zu rechtfertigen. Zum Verständnis des großen Kampfes muss man tatsächlich vergleichen können. Möge der Mensch all seine Messinstrumente nehmen, um herauszufinden, was bedeutend und was unbedeutend ist. Man muss in der Lage sein, das Kleine im Hinblick auf das Große zu bestimmen. Möge eine einzelne Biene ruhig versuchen, ohne ihr Volk weiter zu existieren. Ist es nicht aufschlussreich zu beobachten, wie kleine Quecksilberkügelchen einander anziehen und ein Ganzes bilden? Ähnlich verhält es sich mit verstreutem Sand, der sich unter der Einwirkung eines bestimmten Rhythmus bestimmte Formen bildet. Die Natur gibt Vorbilder von Anziehung, und in diesen Formen des Zusammenwirkens drückt sich der Kampf gegen das Chaos aus. Auf die gleiche Weise muss man die weltweiten Ereignisse betrachten, da man anderenfalls große geschichtliche Perioden nicht erkennen kann. Viele wertvolle Begriffe werden entstellt. Die Menschen verstehen die hohe Bedeutung der Liebe, dieses Magneten der Welt, nicht. Sie beurteilen aus eigener Betrachtung und unterstellen ihre egoistischen Deutungen. Sie betrachten Liebe als Zwang, wodurch sie sich jedoch selbst die herrlichen Flügel der Liebe abschneiden. Der Denker wies auf die geflügelte Siegesgöttin und sprach: ‘Haltet eure Augen rein und offen, sonst werdet ihr nicht erkennen, wo das Licht ist.’

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