Bruderschaft II, § 595

Urusvati weiß, dass Schadenfreude eine schlechte Eigenschaft ist. Man kann traurig sein, oder sich empören, doch Schadenfreude ist der Menschenwürde nicht gemäß. Überdies trägt Schadenfreude einen Teil des Karma desjenigen, über den wir Schadenfreude hegen, zu uns und erlegt es uns selbst auf – daran muss erinnert werden. Die Grenze zwischen Schadenfreude und Verletzung ist sehr fein. Jeder, der Schadenfreude hegt, wird dereinst in dieselbe Lage geraten. Die Menschen können sich irren, ein Verbrechen begehen und dadurch der Verurteilung wert werden, doch nicht der Schadenfreude. Die Analyse von guten und schlechten Eigenschaften führt zu Yoga. Nachdenken über gute und schlechte Eigenschaften gewährt Zugang, ja Fortschritt. Wir weisen oft auf würdige Eigenschaften hin, da Wir dadurch Andeutungen auf Unser inneres Leben geben. Man darf nicht denken, dass es ab einem bestimmten Grad geistiger Entwicklung nicht mehr nötig sei, sich um eine gedeihliche Entwicklung seiner guten Eigenschaften zu bemühen. Jede Stufe erfordert den Gebrauch aller guten Eigenschaften. Man muss sich unermüdlich überprüfen. Zu einer solchen Selbstprüfung muss man Liebe entwickeln. Seine Rüstung zu kontrollieren wird ein Zeichen der Bereitschaft zur Schlacht sein. Auf das Symbol der Schlacht wurde bereits in den ältesten Lehren immer wieder hingewiesen. Inmitten der Schlacht kommt das Wort der Weisheit zum Ausdruck. Vergessen wir nicht, dass die Einheit von Weisheit und Tapferkeit das beste Unterpfand des Erfolges ist. Inmitten unserer Lebenserfahrungen erkennen wir, weshalb Kampf und Bestrebung, als Strom des Lebens, weitergehen. Der Denker lehrte: ‘Blickt auf die Wellen des Stromes. Ihr Muster ist kompliziert, doch streben sie voran. Nichts hält sie auf. Und so möge auch die menschliche Seele eilen.’

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