Bruderschaft II, § 596

Urusvati weiß, dass jeder menschliche Umgang Folgen für alle Beteiligten zeitigt. Man muss dies allen Menschen wiederholt sagen, da die Mehrheit überhaupt nicht versteht, wovon die Rede ist. Selbst Gebildete meinen, es sei irgendeine wichtige Tat vonnöten, um Folgen hervorzurufen, und der gewohnte Alltag stehe in keiner Beziehung zu dem Gesagten. Es muss jedoch betont werden, dass Wir von jeder Handlung, unabhängig von ihrem Ausmaß, sprechen. Man könnte fragen: ‘Kann der häusliche Alltag etwa eine tiefe Bedeutung haben?’ Gerade dies! Unaufhörlich wird von Unglücklichen gesprochen, die unschuldig leiden würden, doch sehen wir auf die Wurzeln ihrer Lebensweise und finden dort eine Vielzahl von Ursachen, die das Unglück hervorgerufen haben. Es kann direkte wie indirekte Ursachen geben. Ein Mensch kann zwar durch Schuld anderer leiden, doch muss es dabei irgendeine Verbindung von Folgen geben. Erzeugt die übliche Lebensweise in den Familien etwa nicht eine Vielzahl von Folgen? Die Familie ist vergessen und stellt oftmals nur noch eine Brutstätte von Feindschaften dar. Kann, was dort verursacht wird, folgenlos bleiben? Überdies sind die Ergebnisse solchen Tuns gewöhnlich an einen bestimmten Ort gebunden und verstärken dort die Züchtung gleichartiger, verderblicher Bakterien. Solche menschlichen Brutstätten stellen gefährliche Feinde des Glücks für die gesamte Menschheit dar. Lasst uns in diesem Zusammenhang auch solche menschlichen Einrichtungen nicht vergessen, in denen viele Menschen zusammenkommen, und in denen der Menschenhass nistet. So sollten die Menschen sich ihrer Pflicht erinnern, den Raum nicht zu verseuchen. Wir besitzen Apparate, die die Verseuchung des Raumes anzeigen. Die Regierenden rufen zur Lösung der Weltprobleme auf, doch die Ursache der Zwistigkeiten liegt ganz und gar nicht in erfolglosen Regierungsanordnungen begründet, sondern in der alltäglichen Lebensweise der Völker. Der Denker sprach: ‘Nicht die höchsten Politiker erklären einen Krieg, sondern jeder Bürger verbirgt ihn in seinem eigenen Hause.’

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