Urusvati weiß, dass ein potenzieller Verräter sich besonders entrüstet, wenn man in seiner Gegenwart von Verrat spricht. Ein herangereifter Verräter ist sehr aufgebracht, wenn man von der Verhinderung des Verbrechens spricht. Doch in den Lehren aller Völker sind erschütternde Beispiele von Verrat aufgeführt worden. Dies ist nicht geschehen, um zu drohen, sondern um bemerkenswerte Beispiele von Unwissenheit zu geben. Der weise Menschenfreund sagte zu Seinem Verräter: ‘Was du tun willst, das tue gleich!’ Vom Gesichtspunkt der Überirdischen Welt her ist diese Aussage sehr weise; das Geschwür ist bereits reif, und so mögen nun auch die Folgen zutage treten. Wir wollen auch an ein allgemein bekanntes Beispiel aus Indien erinnern. Es hatte den Anschein, als verehrten die Schüler Ramakrishnas ihren Lehrer, doch hielt sie dieses nicht davon ab, ihn insgeheim mit negativem Motiv zu beobachten. Ramakrishna gab sich ganz im Dienen hin. Er litt unter der übermäßigen Abgabe von psychischer Energie. Durch seine extreme Selbstaufopferung ging er vorzeitig. Das gleiche geschah mit seinem Schüler Vivekananda. Ramakrishna war ein Yogi aus eigener Natur. Er war ein Tatmensch höchsten Wohls. Man darf nicht sagen, dass er kein vollkommener Yogi gewesen sei. Ihr wisst andererseits, dass es Sadhus gibt, die des Morgens Prana-Yama üben und am Abend einen Menschen töten. Ihr Bewusstsein setzt die Verfahren, die dem Guten dienen sollten, nur herab. So wollen wir uns vor dem großen wie dem kleinen Guten verneigen. Lasst uns nicht, den Geldverleihern gleich, abwägen, sondern uns freuen, wenn wir dem Guten und Wohlwollen begegnen. Gerade diese sind in den Tagen der Anspannung notwendig. Die Lehre droht nicht, sondern warnt aus Fürsorge. Mögen jene, die zu keinem Dienst bereit sind, sich wenigstens der Verleumdung enthalten. Der Denker bat die Mitbürger: ‘Wenn jemand nicht zur Verteidigung des Vaterlandes hinausziehen kann, möge er sich nicht mit Verleumdungen belasten.’