Urusvati empört sich gegen jegliche Quälerei. Dies geschieht nicht infolge von Nervenschwäche, sondern aus der von klein an lebendigen Erkenntnis heraus, dass im Namen der Menschenwürde Grausamkeit nicht zugelassen werden darf. Es gibt viele Arten von Grausamkeit in Bezug auf Menschen und Tiere. Man muss daran denken, dass das Karma der Grausamen überaus qualvoll ist. Die Einführung gesetzlich legitimierter Grausamkeiten können nicht sämtliche vollbrachten Ungerechtigkeiten rechtfertigen. Man muss das primitive Bewusstsein erhellen, damit die Zweibeiner begreifen, was man tun kann und was man bereits nicht mehr darf. Ein erfahrener Arzt erkundigt sich vor allem nach dem Befinden des Kranken. Dessen Zustand ist höher einzuschätzen als die Wirkung von Medikamenten. Doch welches Befinden kann denn auf der Erde herrschen, wo niemand vor den verschiedensten Grausamkeiten geschützt ist? Das Befinden kann die kompliziertesten Fragen des Staates entscheiden. Es muss jedoch die Unverletzlichkeit der Persönlichkeit gewahrt sein. Doch wird die Würde etwa gewahrt? Wir werden Uns nicht mit der behaupteten Unparteilichkeit der Gerichte abfinden, denn sie wird von gröbster Willkür mit Füßen getreten. Es ist einfach, über Sadismus zu sprechen, doch entsetzlich zu sehen, dass solchem unvorstellbaren Wahnsinn nicht unmittelbar und sehr energisch Einhalt geboten wird. Man könnte meinen, dass jene grundlegende Eigenschaft, über die Wir sprechen, nicht verstanden wird, so viel Grausamkeiten, kleinere und entsetzliche, gibt es auf der ganzen Erde! Das bewusste Quälen des Nächsten unterscheidet sich nicht von den rohesten Epochen. So kann man sich der Massen in den römischen Zirkusarenen erinnern, doch können sich die heutigen Massen etwa eines würdigen Verhaltens rühmen? Hat etwa die Veränderung der Kleidung das Bewusstsein positiv beeinflusst? An solch einen Zustand muss erinnert werden, damit man weiß, womit Wir in Unserer Wohnstatt zu kämpfen genötigt sind. Es existiert eine Gesellschaft zum Schutze der Tiere, doch keine zum Schutz des Menschen. Mögen die Hartherzigen es nicht wagen, sich als barmherzig auszugeben. Schwer ist es, die Hartherzigkeit umzuerziehen. Wir unternehmen gewaltige Anstrengungen, indem Wir stärkste Gedanken aufbieten, doch sie dringen oft nicht in die versteinerten Herzen ein. Man kann die Energien des Sonnenaufgangs und das Sonnenprana sammeln, es erfordert jedoch eine unermessliche Geduld, um mit der Grausamkeit zu kämpfen. Fortwährend erstehen vor Uns Beispiele raffiniertester Grausamkeit, gerade als ob die Menschen sich verabredet hätten, das Karma des Planeten zu erschweren. So sind nicht nur Krieg und Unruhen, sondern auch die Schule und die Familie von niederträchtigen Grausamkeiten erfüllt. Man muss verstehen, wieviel Qual und Wehklagen Unsere Wohnstatt erreichen. Man muss allen helfen.