Bruderschaft II, § 59

Urusvati wird mit Hilfe des Gefühlswissens übermenschliche Handlungen an deren Merkmalen erkennen. Betrachten wir die Arten der menschlichen Taten. Sie können Handlungen des freien Willens sein, sodann karmische Handlungen und schließlich Handlungen unter dem Einfluss von Besessenheit. Doch außer diesen kann es noch eine Art von Taten geben, die unter den aufgezeigten keinen Platz findet. Wir nennen sie übermenschlich. Auserwählte Menschen führen Unsere Aufträge aus. Sie bieten ihr bestes Können auf, und dennoch können solche Handlungen nicht aus freiem Willen erfolgen und noch weniger aus Besessenheit. Ebenso unmöglich ist es, sie als karmisch begründet zu bezeichnen, weil weder altes Karma erfüllt noch neues Karma angelegt werden kann. Angesichts dieser Vergleiche kann man zu der Schlussfolgerung gelangen, dass solche Handlungen eine ungewöhnliche Äußerung sein werden, eine Äußerung von oben gesandter Kräfte. Solche Handlungen wurden im Altertum als heilig bezeichnet, da man von ihnen etwas verspürte, was nicht der Erde angehörte. Das Erkennen solcher Taten kann im Gefühlswissen inbegriffen sein. Es ist schwierig, sie menschlichen Gesetzmäßigkeiten entsprechend einzuteilen, doch ein erweitertes Bewusstsein kann ihre Gegenwart spüren. Auch verhält es sich so, dass die feindlichen Kräfte in ihren höheren Graden in besonderer Weise die Träger solcher Aufträge hassen. Die Finsteren können deren Aufgaben nicht erkennen. Sie können auch das Ausmaß solcher Aufträge nicht bestimmen, und umso mehr geraten sie in Wut. Es lassen sich viele Beispiele aus der Geschichte anführen über Personen, die Unsere Aufträge erfüllt haben. Solche Aufgaben sind von vielfältiger Art. Manchmal übergeben Wir nur eine einzelne Tat zur Ausführung, doch zuweilen zieht der Auftrag sich über den Verlauf eines ganzen Lebens hin. Wir übernehmen Bürgschaften für Auserwählte. Jedes Mitglied der Gemeinschaft schlägt eine aufmerksam beobachtete Person vor und nimmt sie in seine Obhut. Dafür benötigen Wir langandauernde Erprobungen, die sich über einige Leben hinziehen. Man muss davon überzeugt sein können, dass der Auftrag ausgeführt werden wird. Wir zählen nicht die Einzelheiten, da örtliche Bedingungen neue Erscheinungen mit in den Entwicklungsprozess einbringen können. So bestehen Wir auch nicht auf untergeordneten Fristen, da Uns das Wesen der Bekundung wichtig ist. Wo Erfolg und wo Misserfolg eingetreten ist, können nur Wir entscheiden. Viele Komplikationen veranlassen Beurteilungen über Ursachen und Folgen. So oft richten Wir Unsere Aufmerksamkeit in die Zukunft, um eine unzeitgemäße Ausführung rechtzeitig zu verhindern. Es könnte gefragt werden, warum Wir nicht bereits früher den Begriff der übermenschlichen Handlungen in den Vordergrund gerückt haben. Man darf jedoch nicht ausführlich über solche Aufträge sprechen, da anderenfalls die Mehrheit der Menschen in Dünkel verfiele und für ihre eigenmächtigen Handlungen irgendwelche angeblichen Aufträge vorgeben würde. Im allgemeinen wird die Einteilung in die vier Arten des Handelns nicht verstanden, doch wenn das Gefühlswissen einem diese Grenzen nicht eingibt, so wird kein Verstand sie bestimmen. ‘Die Geschichte von dem Stückchen Brot’ wurde von dem einen gern gelesen, doch für andere war dies eine überaus langweilige Erzählung. So wird auch die Betrachtung menschlicher Handlungen vielen langweilig erscheinen. Doch lasst Uns an die Bürgschaften denken, die mit den übermenschlichen Taten verbunden sind. Mögen die Menschen Uns helfen, ihnen zu helfen.

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