Bruderschaft II, § 578

Urusvati weiß, dass der Gedanke an die Ewigkeit keine düstere Erinnerung an den Tod ist. Eine Biene fliegt in ein Wohnhaus, und der Mensch versucht, sie wieder in die Freiheit zu entlassen. So spricht man auch vom Flug in die Freiheit. Verhält es sich beim Menschen nicht genauso? Hier befindet er sich in Unfreiheit, dort aber in Freiheit, was bedeutet, dass die Freude dort ist. Doch der Gedanke an die Ewigkeit verleiht auch Freude im Hier und Jetzt. Wer über die Bedeutung des Lebens als einem Flug über die irdischen Hindernisse hinweg nachdenkt, der vermag sich zu freuen. Unwissende meinen, dass erhabenes Denken ein Symbol für Traurigkeit und Langeweile sei, doch ein Mensch, der sich um Erkenntnis bemüht, wird voller Lebensfreude sein. Selbst wenn er sich seiner Fehler in der Vergangenheit erinnert, wird er sich freuen, da er versteht, dass die Erkenntnis der Fehler bereits der rechte Weg zur Überwindung der Irrtümer ist. Jemand wird sich darüber wundern, wie man in schwierigen Tagen über Freude sprechen könne. Doch Freude stellt die Flügel zur Überquerung eines Abgrunds dar. Gelangt ein Mensch an eine reißende, undurchquerbare Strömung, nachdem er eine gefährliche Grenze hinter sich gelassen hat, kann er nicht zurückkehren, sondern muss das Hindernis überfliegen. Es ist ein Glück, dass der Mensch die Flügel der Freude immer bei sich hat. Die Schönheit des Weltalls hilft, aus der Tiefe des Bewusstseins alle Freude hervorzurufen. Dies ist eine weitere Seite Unseres inneren Lebens. Der Denker wies auf die Sterne als Funken der Freude.

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