Bruderschaft II, § 577

Urusvati weiß, dass in der Unwiederholbarkeit der Erscheinungen und der Individualität der Ereignisse eine besondere Schönheit des Weltalls liegt. Sogar ein einfacher Hirte vermag die Besonderheiten seiner Herde klar zu unterscheiden, doch die Städter büßen die Eigenschaft der Individualität ein. Im gesamten Leben werden Massenrezepte angewendet, die die Begeisterung für die Freigebigkeit der Natur trüben. Auch Uns fragt man nach solchen Rezepten, ohne verstehen zu wollen, wie verschieden alle Erscheinungen sind. Man kann auf eine allgemeine Richtung hinweisen, doch die weiteren Einzelheiten werden individuell ausgeprägt sein. Die Menschen möchten Kenntnis von Unseren Apparaten erhalten, doch wären sie sehr überrascht zu erfahren, dass viele von ihnen aus miteinander sympathisierenden Metallplatten bestehen. Viele Platten bestehen aus einem reinen Metall, andere jedoch aus verschiedenen Legierungen. Es gibt auch mineralische Platten und sogar einige aus gewissen Baumarten. Sowohl für die Sendung wie für den Empfang existieren ganze Register von Anwendungsverfahren. Alle Naturreiche können beste Mittler sein, doch die jeweilige Anwendung gestaltet sich überaus individuell. Unsere Hilfsmittel wurden nicht in Eile ausgewählt, sondern in langwährenden Versuchen. Es könnte gesagt werden, dass Wir genügend Zeit gehabt hätten, die Eigenschaften der Natur zu studieren. In verschiedenen Jahrhunderten, unter verschiedenen Klima- und sonstigen Bedingungen sind diese Erkenntnisse gesammelt worden. Allem voran erstarkte der Wunsch nach Wissen, und dann bildete sich die Überzeugung, dass Beobachtungen unter den verschiedensten Bedingungen durchgeführt werden müssen. Ein gestählter Wille verhalf dazu, Wissen aus der Überirdischen Welt herüberzutragen. Und es gestaltete sich das Bewusstsein, dass Zeit in der Unbegrenztheit ohne Bedeutung ist. Trotz vieler Misserfolge kamen keine Zweifel auf. Die entwickelte Beobachtungsfähigkeit beschleunigte die Wahrnehmung, und auf solchem Weg der Erfahrung erkannten Wir auch Freunde und Feinde. Glaubt nicht, dass die Experimente und Beobachtungen leicht seien. Wenn ein Versuch von hundert gelingt, so wird dies ein Erfolg sein. Wir beklagen Misserfolge nicht, da jeder von ihnen Uns noch mehr gelehrt hat, wie der Erfolg zu erreichen ist. Man kann es nur bedauern, wenn jemand etwas noch am selben Tag zu beherrschen sucht. Zeit zu verlieren ist nicht notwendig, doch ihretwegen zu weinen ist auch nicht richtig. Sich selbst zu beobachten ist notwendig, doch sich selbst zum Zentrum des Weltalls zu machen, darf nicht sein. Man kann immer und in allem einen Erfolg finden, und nur in diesem Bemühen erstarkt der Wille. Ihr versteht, dass man nicht allen vorschreiben darf, in einem eisernen Bett zu schlafen oder eine Lithiumplatte unter der Hand liegen zu haben. Rosen und Äpfel werden nicht für alle nützlich sein, doch wird es Menschen geben, für die diese Gaben der Natur nützlich sind. Achtet auf die Anzeichen von Folgen. Ihr wisst von verschiedenen Überempfindlichkeiten, ihre groben Formen verblüffen bereits durch ihre Offensichtlichkeit, doch das gesamte Dasein ist voller Überempfindlichkeit. Man muss fühlen können, was gerade einwirkt und wie es das tut. Die Besonnenheit solcher Beobachtungen wird ein würdiges Herangehen an Yoga sein. Der Denker lehrte: ‘Man sagt, einige Himmelsbewohner seien allmächtig. Nun denn, sammeln wir unsere Kräfte! Vielleicht wird auch uns ein Platz im Himmel bereitet sein. Doch diese Leiter ist lang!’

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