Urusvati weiß, worin der Unterschied zwischen Heldentat und wohlüberlegter Vernunft besteht. Eine Heldentat kann schön, erhaben, feierlich, weise und siegreich sein, doch niemand wird sie als Entscheidung wohlüberlegter Vernunft definieren. Wenn Jeanne d’Arc sich an die Ältesten ihres Dorfes gewandt und zu ihnen von Heldentat geredet hätte, so hätten diese sie für unbesonnen und gar für unvernünftig gehalten. Wahrlich, Heldentat ist unvernünftig, da sie nicht auf vernünftiger Überlegung beruht, sondern auf Gefühlswissen. Für eine Vielzahl von Menschen existiert die Heldentat überhaupt nicht. Höhere Ethik endet bei ihnen an wohlüberlegter Vernunft. Für sie ist sämtliche Weltanschauung durch wohlüberlegte Vernunft begrenzt. Dank dessen sind sie fähig, einem Nächsten die Hilfe zu verweigern, fähig, dem Heimatland zu schaden, fähig, die Menschheit zu verraten und bereit, bei all ihren Verbrechen das tote Wort der wohlüberlegten Vernunft zu wiederholen. Doch legt Unser Verhältnis zur wohlüberlegten Vernunft nicht falsch aus. Dies Wort besteht aus guten Begriffen. Das Wohl ist immer gut und weise Vernunft nützlich. Doch die Alltagskommentatoren bringen es zuwege, für gute Begriffe eine nahezu schändliche Anwendungsweise zu finden. Könnten sie es, so würden sie das Wort Heldentat vernichten, derart ist es ihrer Psychologie zuwider. Dies ist nun ein weiterer Aspekt Unseres inneren Lebens. Wir können bestätigen, dass jeder von Uns der Heldentat teilhaftig wurde. Einige der Heldentaten blieben durch die Geschichte bewahrt, eine größere Zahl jedoch wurde nicht niedergeschrieben. Der Tatmensch selbst sollte sein Gedächtnis mit der Suche danach, was nun gut war, auch gar nicht martern. Das Wort der wohlüberlegten Vernunft verwenden Wir jedoch nicht. Wir können rechtzeitig auf Vorsicht und Besonnenheit hinweisen, doch je tiefgründiger eine Tat ihrer Bedeutung nach ist, umso mehr freuen Wir Uns. Wir vermerken jede Heldentat. Sie schafft ein Glied in der Kette der Evolution. Ein Lehrer muss in seinem Unterricht die Unterschiede zwischen vielen Begriffen aufzeigen, da die Schüler sie anderenfalls sinnlos wiederholen, so wie es gewisse Vögel tun. Die Verschmutzung der menschlichen Rede ist ein gesellschaftliches Verbrechen. Der Denker lehrte: ‘Wohlüberlegte Vernunft überlasst den Händlern, lernt ihr die Taten der Helden lieben.’