Bruderschaft II, § 569

Urusvati weiß, was Freude an hervorragender Qualität bedeutet. Man kann an der Erhabenheit der Natur Freude haben; man kann an einer selbstaufopfernden Heldentat Freude haben; man kann an der hohen Qualität von Erzeugnissen Freude haben; man kann an der guten Konstruktion von Maschinen Freude haben. Freude haben kann man an allem, worin sich höhere Qualität offenbart. Eine solche Begeisterung wird eine der am wenigsten egoistischen Empfindungen sein. Den Menschen ist die herrliche Gabe verliehen, nicht nur in allem schöpferisch tätig sein zu können, sondern sich auch der Qualität zu erfreuen. Der Reiche wie der Arme, der Herrscher wie der Bettler, alle haben die Fähigkeit zur Begeisterung, und diese Freude bildet eine Art heilsamer Kuppel über die vielgeplagte Erde. Die Menschen entsetzen sich ganz zurecht über die Menge an Abscheulichkeiten, die die Erde vergiften. Sie fragen, womit man diese Eitergeschwüre der Menschheit bedecken könnte. Eine der sichersten Maßnahmen dazu wird die Freude sein. Sie ist das beste Mittel gegen die sowohl physische wie psychische Vergiftung. Glücklicherweise ist niemand der Fähigkeit zur Freude beraubt. Hell leuchtet die Freude über hohe Qualität. Nicht Selbstsucht, sondern das Gemeinwohl wird in dem Augenblick geboren, wenn Freude entsteht. Wir leben durch diese Freude. Die Natur und die schöpferische Tätigkeit verleihen eine unerschöpfliche Freude, anderenfalls würde eine entsetzliche Schlacht alles mit Finsternis überziehen. Man fragt nach Unserem inneren Leben – es besteht nicht allein in der Arbeit, sondern auch in der Freude. Der Denker kannte die heilsame Eigenschaft der Freude. Er lehrte: ‘Selbst der letzte Sklave ist der Fähigkeit, sich über das Weltall zu freuen, nicht beraubt.’

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