Urusvati weiß, dass Zwietracht auf religiösem Gebiet besonders schwerwiegend ist. Man darf sie nicht mit einem Meinungsstreit in Religionsfragen verwechseln. Man muss das Gute schaffen, und die Menschen mögen einander nicht mehr im Namen des barmherzigen Gottes abschlachten. Eine Lehre ist anständig, wenn sie sich in würdigen Händen befindet. Dies lässt sich auf alle menschlichen Einrichtungen anwenden. Es wurde vor langem festgestellt, dass die Lebensverhältnisse von der Ehrenhaftigkeit der Regenten abhängen. Man muss alle Duldsamkeit bekunden, um sich nicht in benachbarte Glaubensbekenntnisse einzumischen. In vorsichtiger Weise kann man in der Bildung mit allen Glaubensbekenntnissen bekannt machen, doch muss dieser Lehrgegenstand weise unterrichtet werden. Wir haben von dem Schaden gesprochen, der durch Zwang entsteht. Erinnert euch, dass Zwang eine Vergiftung des Bewusstseins darstellt. Jeder hat die Freiheit, seine Grundlagen zum Ausdruck zu bringen. Möge er dies aus sich selbst heraus tun und für sich selbst, um nicht in den Verdacht zu geraten, jemand anderen von seinem Wege abbringen zu wollen. Es ist schwer, Anerkennung auszusprechen und keinen Zwang auszuüben. Nur ein verfeinertes Bewusstsein wird eingeben, wo sich die herrliche Grenze befindet, innerhalb derer sich das Streben zu freiem Dienen offenbart. Die Menschen fürchten dieses Wort, da es Verpflichtung mit einschließt. Tapfer muss man alles annehmen, was mit der auf das Gemeinwohl ausgerichteten Pflicht verbunden ist. Der Denker lehrte: ‘Hört ihr den Lärm auf dem Platz? Erneut stürzt man die alten Götter, um den Olymp mit neuen zu bevölkern.’