Bruderschaft II, § 563

Urusvati weiß, dass nur ein geringer Teil der Menschheit der Auffassung ist, nach dem Abtreten von der Erde folge nichts. Mit diesen Menschen kann man nicht über die Feinstoffliche Welt sprechen; sie ertrügen die Erinnerung daran nicht. Ihr Bewusstsein kann die Wirklichkeit der Feinstofflichen Welt nicht aufnehmen und festhalten. Es ist nicht möglich, ihnen mit Worten die Fortdauer der Lebenskette nahezubringen. Allein aufgrund eigener Erfahrung werden sie schrittweise das Wesen der Dinge erkennen und ihr Bewusstsein vertiefen lernen. Solche Verneiner kann man unter jenen Menschen finden, die sich als praktische Realisten bezeichnen. Natürlich werden auch diese beiden Begriffe in falscher Weise verwendet. Sie sollten auf die Wirklichkeit bezogen werden, doch nur zum Ausdruck gebrachte Verneinung ist Unwissenheit. Ebenso vorsichtig muss man an die Mehrheit der Menschen herantreten, die die überirdische Existenz auf ihre jeweils eigene Weise deutet. Diese Menschen stellen sich die Feinstoffliche Welt in Abhängigkeit der Traditionen ihrer Glaubensbekenntnisse sehr unterschiedlich vor. Und die Feinstoffliche Welt ist gewiss derart vielfältig aufgebaut, dass jede Vorstellung von ihr eine gewisse Grundlage haben wird. Daher darf man die Menschen nicht von ihrer Auffassung abzubringen versuchen und ihnen sagen, ihre Vorstellung finde in der Wirklichkeit keinen Platz. Beim Gedankenschaffen können sich die ungewöhnlichsten Verbindungen ergeben. Das Wesen der Feinstofflichen Welt erweist sich in der menschlichen Vorstellung wie von Spinngeweben bedeckt. Mögen auch die Bewohner der Feinstofflichen Welt die Schönheit des Aufstiegs durch die Erfahrung lieben lernen. Man kann die Menschen nicht zwingen, die Schönheit zu verstehen, wenn ihr Auge die Wirklichkeit nicht zu erkennen vermag. Worum man sich jedoch bemühen muss, ist, dass die Menschen die Fortdauer der Lebenskette verstehen, diese Wahrheit als unbestreitbar aufnehmen und den Weg des Aufstiegs lieben lernen. Lasst uns nicht darüber streiten, wie man sich dieser Erkenntnis auf bessere Weise nähere. Möge man jedoch daran denken, dass jeder Wanderer sich der Wahrheit nähern kann, wenn er es will. So mögen die Menschen dies wollen, und nichts Irdisches wird diesen Wunsch behindern können. Der Denker sprach: ‘Der Wille zum Guten wird den Sieg ermöglichen. Steinmetz und Baumeister, beide errichten sie den Tempel.’

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