Bruderschaft II, § 544

Urusvati weiß, dass einige Aspekte Unseres inneren Lebens einer Fehldeutung ausgesetzt sind. So sagt man, Wir erwiesen jenen, die Uns in vergangenen Leben begegnet sind, einen Vorzug. Aus Unwissenheit halten die Menschen dies für ungerecht, doch selbst bevorzugen sie als Mitarbeiter jene, von denen sie überzeugt sein können. Sie wünschen, dass nur erprobte Mitarbeiter sie umgeben. Niemand wird eine solche Auswahl als ungerecht bezeichnen – dies ist ein menschlicher Aspekt. Vergessen wir überdies die Harmonie nicht, die für die Mitarbeit unerlässlich ist. Es ist nicht wenig Zeit erforderlich, um die Nervenzentren in Übereinstimmung zu bringen. Wir brauchen übereinstimmende Bestrebungen, um die Energie nach Möglichkeit nicht zwecklos zu verausgaben. Wer aber vermag besser zu der gemeinsamen Arbeit beizutragen als eine Persönlichkeit, die bereits an ihr teilgenommen hat? Es ist klar, dass Wir bevollmächtigte Tatmenschen aus jenen auswählen, die bereits für das Gemeinwohl gearbeitet haben. Wir helfen jenen, die einen besonderen Auftrag haben. Dies ist vollkommen gerecht, da sich um diese Gesandten eine Vielzahl schwerer Ströme verdichtet. Viele möchten von diesen Tatmenschen verschont bleiben, und wenn sie es könnten, würden sie auch Uns vernichten. Man darf jedoch nicht sagen, Wir würden Uns nur auf diese alten Freunde beschränken – die Eingänge zur Zusammenarbeit sind geöffnet. Doch nur erprobte Tatmenschen können verstehen, was Vertrauen bedeutet, absolutes Vertrauen bis zum Schluss, ungeachtet der Umstände. Solche Bedingungen der Zusammenarbeit werden nicht aufgezwungen noch befohlen, sondern durch die Erfahrung erkannt. Desgleichen zeigt auch nur Erfahrung auf, worin Unsere Hilfe besteht. Kurzsichtige erkennen sie nicht, da sie nach sich selbst, ihrem eigenen Bewusstseinshorizont gemäß urteilen. Der Denker bestätigte: ‘Die höhere Hilfe ist so herrlich, dass allein ein hoher Geist ihre Schönheit zu verstehen vermag.’

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