Bruderschaft II, § 543

Urusvati weiß, dass der Zustand voller Wachsamkeit ebenfalls eine der Grundlagen Unseres inneren Lebens ist. Glaubt nicht, eine solche Wache sei etwas Übernatürliches. Menschen zeichnen sich nicht selten durch eine besondere Empfindsamkeit aus. Sie haben einen feinfühligen Schlaf von gespannter Aufmerksamkeit, in der sie sogar Luftbewegungen wahrnehmen. Dies geht ohne lange Vorbereitungen vonstatten, die psychische Energie arbeitet selbständig, wenn sie nicht von äußeren Bedingungen belastet ist. Doch wenn die Energie bei einer ihr gegenüber unbewussten Einstellung arbeitet, wie offenbart sie sich erst bei bewusstem und bestrebtem Bemühen! Fügt noch die lange Dauer Unserer Existenz hinzu, so werdet ihr euch vorstellen können, wieviele Eigenschaften sich verstärken. Die Menschen behaupten, dass ständige angespannte Wache etwas Unerträgliches sein müsse, doch ist diese Befürchtung unbegründet. Jeder Tatmensch, der Fähigkeiten besitzt, hält solche Mühe nicht für unerträglich. Er ist dermaßen an sie gewöhnt, dass er nicht ohne sie zu sein vermag. Ebenso kann uns auch hohe Feinfühligkeit, in vernünftiger Weise entwickelt, nicht belasten. Sie wird zu einer natürlichen Tatsache, besonders wenn auch der Schlaf sehr kurz wird. Besser wäre es, solchen Schlaf als Ausruhen zu bezeichnen. Wir lassen den feinstofflichen Körper nicht immer fort, um die Bewusstheit nicht einzubüßen. Wenn Wir in die Feinstoffliche Welt zu gehen wünschen, übernimmt ein Freund die Wache, in die Er auch den Körper miteinbezieht, um keine unerwünschten Ströme herantreten zu lassen. So seht ihr, dass die Wache unter zusätzlichem Vorhandensein bestimmter Apparate eine unverrückbare Bedingung Unseres inneren Lebens ist. Der Denker lehrte: ‘Möge jeder Feinfühligkeit in sich entwickeln, so wird er hundertfach erfolgreicher voranschreiten.’

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