Bruderschaft II, § 541

Urusvati weiß, mit welcher Mühe die Sichtung von Familienarchiven verbunden ist. Überaus bedeutsames Wissen kann beiläufig erwähnt sein, bekannteste Namen erscheinen aufgrund von Absprachen, in Form von Initialen oder als Beinamen. Schließlich kann die gesamte Darstellung in einem bestimmten verabredeten Stil verfasst sein. Das letztere ist nicht selten aus Furcht vor Verfolgung geschehen, weshalb manche Archive, auch solche, die als erforscht gelten, in Wirklichkeit vieles noch Unbemerkte enthalten. Solche Archive, wie die von Choiseul, Goethe, Stroganov, enthalten viel nützliches Wissen. Solches Tatsachenmaterial bietet besonders Aufschlussreiches über das innere Leben Unserer Bruderschaft. Man muss Adhémar für die Hinterlassenschaft von Aufzeichnungen danken, ohne die viele Seiten der Tätigkeit Saint Germains nicht bekannt geworden wären. Jemand wird sich dennoch erstaunt zeigen, wozu denn die Aufzeichnungen der Madame d’Adhémar nötig seien, wenn Wir doch alles viel vollständiger erklären könnten. Doch die Menschen schätzen Aussagen ihrer Zeitgenossen, und solche Aufzeichnungen werden in den Augen der Menschheit als Beweisstücke weitaus mehr Gültigkeit besitzen als Unsere anonymen Mitteilungen. Desgleichen müssen auch arabische und iranische Aufzeichnungen studiert werden, in denen sich Zeugnisse Reisender finden lassen. So wird verständlich, weshalb Wir so oft von Zusammenarbeit sprechen. Eine einzelne Erzählung, in verschiedenen Jahrhunderten von historischen Persönlichkeiten wiederholt, stellt ein überaus reales Zeugnis dar. Es ist erstaunlich, wie Wissen über die Bruderschaft unerwartet in Länder eindrang. Man kann es in Irland, Norwegen und Spanien finden, wohin es Seefahrer aus dem Osten trugen. Mögen die Forscher sich nicht ihre eigenen Wege abschneiden. Funde können sich ganz unerwartet einstellen. Der Denker lehrte, nicht zu verzweifeln: ‘Suchende, ihr könnt nicht wissen, wo und wann ihr die Schwelle zum Fund überschreiten werdet.’

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