Urusvati weiß, wieviele nützliche Aufzeichnungen man außerhalb staatlicher Bibliotheken in Familienarchiven finden kann. Es ist ein großer Irrtum zu meinen, staatliche Bibliotheken könnten sämtliches in Handschriften hinterlassene Material erschöpfend aufführen. Ein ebensolcher Irrtum ist es anzunehmen, dass die ungeheure Menge gedruckter Bücher die wichtigsten Lebensfragen abdecke. Im Gegenteil, es lässt sich bestätigen, dass die wichtigsten Aufzeichnungen nicht herausgegeben wurden oder in privaten Kellern verderben. Erschreckend der Gedanke, dass eine Vielzahl unwiederholbarer menschlicher Errungenschaften zugrunde geht! Man muss damit beginnen, die Privatarchive zu bewahren, auch wenn dies nicht einfach sein wird. Man darf nicht voraussetzen, dass gerade die Archive bekannter Leute besonders interessant seien. Äußerst bemerkenswerte Aufzeichnungen können sich ebensogut bei unbekannten Bürgern befinden. Diese Aufzeichnungen können Zeugnis von sehr aufschlussreichen Erscheinungen ablegen, wie Bestätigungen alter Generationen, die von den Nachkommen nicht wiederaufgegriffen wurden. Niemandem kam es in den Sinn, solche Niederschriften zu drucken. Eine große Zahl von Chroniken ist auch in Klöstern und in den Archiven verschiedener Ordensverbindungen verschwunden. Vieles ist bereits verdorben, doch vieles liegt noch im Staub begraben. Die Menschen sollten nicht sagen, sie hätten über verschiedene Fragen keine Kenntnis, sondern erkennen, wieviel sorgsam Aufgezeichnetes in dunklen Verliesen ruht. Möge jeder aufmerksam hinhören, wenn er von Aufzeichnungen erfährt, die jemand verwahrt. Viele strahlende Gedanken wurden aus Bescheidenheit oder Trägheit begraben. So wird man auch in Bibliotheken ungeordnete Handschriftenbündel finden können. Der Denker regte Seine Schüler dazu an, Familienaufzeichnungen aufzubewahren.