Bruderschaft II, § 529

Urusvati weiß, wie groß die Freude ist, in der Zukunft leben zu können. Ein solches Leben kann evolutionär genannt werden. Dabei muss man lernen, die Vergangenheit nicht zu schmälern und zu verstehen, dass eine Gegenwart nicht existiert – entweder war es, oder es wird sein. Es ist nicht leicht, sich in die Zukunft als eine Realität zu versetzen. Die Menschen sind unfähig, an die Zukunft zu denken, da sie sie fürchten. Sie haben Angst, dass die Zukunft ohne sie eintrete. Sie wollen nicht über die Fortdauer der Lebenskette nachdenken und verstehen nicht, dass sie mit der Feinstofflichen Welt zusammenarbeiten können. Auf solche Weise trennen sie sich selbst von der Zukunft ab, sie wünschen nicht, die Vergangenheit zu verstehen und beharren auf einer Gegenwart, die gar nicht existiert. Die gefährlichste Situation herrscht, wenn man nicht an der Zukunft teilhat. So leicht jedoch könnten die Menschen an der Zukunft teilnehmen, und dies besonders jetzt, da die Biologie große Fortschritte gemacht hat. Wir freuen Uns besonders, wenn Wir die Fähigkeit bemerken, sich in die Zukunft versetzen zu können. Ein solches Bestreben gleicht dem Auswerfen eines Ankers, der es erlaubt, sich dem rettenden Ufer zu nähern. Die Grundlage der Bruderschaft ruht in dem Bestreben zur Zukunft. Die Ereignisse müssen planmäßig eintreten. Man muss die Architektur des Weltengebäudes verstehen, um sich mit dem Gedanken seiner Unbegrenztheit anzufreunden. So wie es unmöglich ist, in Unbegrenztheit zu fallen, so erlaubt auch die unbegrenzte Zukunft grundsätzlich, immer einen nützlichen Weg zu finden. Versucht, euch ein irdisches Leben ohne Vergangenheit und Zukunft vorzustellen. Welch langweiliges Leben ergäbe sich, wie auf einer kleinen Insel inmitten eines Ozeans. Natürlich bliebe den Menschen noch der Blick nach oben, wenn sie denn so weitsichtig wären. Der Denker bedauerte jene, die nicht in der Lage sind, sich über die Zukunft zu freuen und emporzuschauen.

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