Bruderschaft II, § 525

Urusvati weiß, dass der Mensch Gesundheit in dreierlei Hinsicht wahren muss. Erstens, seine eigene Gesundheit, dann die Gesundheit des Planeten, und schließlich die Gesundheit des Überirdischen. Das letztere ist keine Übertreibung. Die Menschen müssen sich darüber Rechenschaft ablegen, dass sie in die Harmonie der überirdischen Welt nicht gewaltsam eingreifen dürfen. Auch die Gesundheit des Planeten hängt von der weisen Nutzung seiner Kräfte ab. Die kleinen menschlichen Organismen stellen mächtige Batterien dar, die wahrlich auf die nächstgelegenen irdischen Schichten beherrschenden Einfluss ausüben. Und seine eigene Gesundheit darf der Mensch nicht allein um seiner selbst willen hüten, sondern muss es auch um seiner Nächsten willen tun. Allein das erfolgreiche Verstehen der drei Aspekte der Gesundheit kann auch wahrhaft erfolgreiche Fortentwicklung zeitigen. Wenn Ich von Gesundheit spreche, habe Ich nicht allein die körperliche, sondern auch die geistige Gesundheit im Blick. Anhand der Geschichte der Menschheit kann man sich davon überzeugen, dass die Evolution sich glänzend vollzog, wenn beide Bedingungen in Harmonie waren. Man kann sehen, dass sich in Hellas die Gesundheit der Athleten mit der Weisheit der Philosophen vereinigte, und der Staat entwickelte sich erfolgreich. Doch lassen sich Länder nennen, in denen der Sport zu einem Kult geworden ist und damit die Bedeutung des Geistes unterdrückt. Man kann sich davon überzeugen, wohin solches Ungleichgewicht führt, doch die Gesundheit des Geistes ist weder Scheinheiligkeit noch Heuchelei. Wir können nur darauf hinweisen, wie sehr erhabenes Wissen und aufrichtiges Dienen am Gemeinwohl die Pfeiler der Gesundheit des Geistes bilden. Abwendung vom Leben darf es nicht geben, da die natürlichste Form der Gesundheit des Geistes in der Esse des Lebens geschmiedet wird. Auch die körperliche Gesundheit muss in besonnener Weise verstanden werden: Man muss den Schatz des Lebens hüten, ohne vom Prinzip der Selbstaufopferung abzuweichen. Es ist unmöglich, Gleichgewicht unter den alltäglichen Gegensätzlichkeiten zu finden, doch der gesunde Geist wird seine weise Lösung finden. Der Mensch vermag einen gefährlichen Strom zu durchqueren, um einen Nächsten zu retten, ohne sich dabei ein tödliches Fieber zuzuziehen, wenn er von den Flügeln des Geistes getragen ist. Der Mensch kann zu einem Wächter des Planeten werden, wenn ihm das Gleichgewicht von Geist und Körper innewohnt. Der Mensch kann nur dann reine Gedanken in die überirdischen Welten senden, wenn sein Geist gesund ist. Der Denker fragte: ‘Meint ihr nicht, dass wir mit unserem Denken allen Musen helfen könnten?’

‹ § 524 · Inhaltsverzeichnis · § 526 ›