Bruderschaft II, § 524

Urusvati weiß, dass die ungeordnete Masse besonders gefährliche Emanationen erzeugt. Eine von einem einzigen Streben bestimmte Menschenmasse verursacht geringeren Schaden als die Offenbarung von Unordnung. Sobald die Gelehrten in der Lage sind, die menschliche Aura auf wissenschaftliche Weise zu erforschen, werden sie sich davon überzeugen, welch todbringende Chemismen bei chaotischen Strömen erzeugt werden. Man braucht nicht zu denken, dass einhellige Übereinstimmung der Masse leicht herbeizuführen wäre. Jede Menschenmenge besteht aus unterschiedlichen Antrieben, und neue giftige Chemismen werden gerade infolge uneinheitlicher Bestrebungen erzeugt. Auf diesen Umstand sollten die Gelehrten ihre Aufmerksamkeit richten. Niemals zuvor kamen solche Menschenmassen zusammen wie jetzt. Die Geschichte kennt solche gigantischen Städte nicht, wie es sie jetzt gibt. Rom erreichte in der Periode seines Verfalls zehn Millionen, doch trug diese Zusammenrottung nur zu seinem Zerfall bei, so wie es auch jetzt geschieht. Es existieren zahlenmäßige Höchstgrenzen, nach deren Überschreitung der Leviathan zu verfaulen beginnt. Es wurden viele Hinweise gegeben, damit die Menschen sich außerhalb der Städte ansiedeln, doch wurden alle Ratschläge missachtet, und die Menschen vergiften sich in ihren Babylons selbst. Man kann bereits sehen, wie die Ereignisse den vor langem aufgezeigten Verlauf nehmen. Es ist unmöglich, einen logisch ablaufenden Prozess anzuhalten, der in Gang gesetzt wurde und nun wächst. Die Frage besteht nur darin, wer das Segensreiche dieser Entwicklung zu sehen vermag oder den Untergang eines neuen Atlantis darin sieht. Freude über die Umwandlung kann die besten Formen des Gemeinschaftslebens schaffen, doch gibt es viele, die zu solcher Freude fähig sind? Der Denker wies darauf hin, dass die Menschen die höchsten Freuden nicht kennen.

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