Urusvati weiß, dass die Menschen zu allem Verbotenen besonders streben. Eine Erzählung spricht von einem gewissen Regenten, der im Leben eine nützliche Aufklärung bringende Maßnahme durchzuführen gedachte und überall dem Widerstand begegnete. Eines Tages wandte er sich an einen weisen Ratgeber, der ihn daraufhin fragte: ‘Hast du deinen Vorschlag mit allen möglichen Maßnahmen bekräftigt?’ Nachdem er eine bestätigende Antwort erhalten hatte, sprach der Ratgeber: ‘Dann ist es notwendig, ein Gesetz zu erlassen, das gerade deine Maßnahmen verbietet. Du wirst sehen, wie die Menschen zu dem Verbotenen streben, und wenn das Gesetz ein strenges ist, wird der Wunsch, es zu übertreten, umso stärker in Erscheinung treten.’ Glaubt nicht, dass dieses alte Gleichnis heute keine Bedeutung hätte. Es lässt sich aufzeigen, dass ganze Bewegungen erstarkten und sich reinigten, allein dank Verboten. Auf der ganzen Welt kann man sehen, dass eine Tactica adversa eigener Art sich als bester Weg erweist. Es ist erstaunlich, weshalb die Menschheit ein verworrenes Labyrinth durchschreiten muss, wenn es doch einfachere Wege gibt. Die Spirale der Evolution jedoch ist kompliziert. Sie erfordert sogar zeitweiligen Niedergang, um dann eine umso höher führende Wende zu nehmen. Uns sind diese irdischen Eigenheiten bekannt, und Wir erachten sie als unausweichlich. So müssen auch überirdische Gedanken eine Zeitlang komplizierte menschliche Wege gehen. Man muss viel Geduld besitzen, um zu beobachten, wie die Wanderer dahinziehen, anstatt den kürzesten Weg zu nehmen. Dabei ist es notwendig zu wissen, dass man unmöglich in der Mitte des Stromes ein Hindernis aufstellen kann. Man darf nur leicht berühren, doch so behutsam, dass der Gehende es nicht bemerkt, damit er nicht aufschrickt und stolpert. Auch die wohlwollendste Berührung muss in voller Behutsamkeit erfolgen. Dies muss man im irdischen Leben inmitten der täglichen Arbeit lernen. Der Denker sprach: ‘Wir müssen es erfühlen, wo wir Hilfe bezeigen können. Je unmerklicher dies geschieht, desto vollkommener wird die Hilfe sein.’