Bruderschaft II, § 495

Urusvati weiß, dass die Verausgabung psychischer Energie und ihre Erschütterung vom Wesen her verschieden, von ihren Merkmalen her jedoch ähnlich sind. Die Menschen verstehen nicht, dass die Entzündung der Schleimhäute mit einer Verausgabung psychischer Energie verbunden ist. Solch eine verstärkte Abgabe erfolgt auch bei einer Steigerung der Denktätigkeit. Drüsen und Körpergewebe werden in überaus individueller Weise in Mitleidenschaft gezogen. Auch Energiesendungen auf Entfernung rufen eine Anspannung der Drüsen hervor, besonders dann, wenn die kosmischen Ströme ungünstig sind. Eine Erschütterung der psychischen Energie jedoch kann auch ohne Anspannung der Denkenergie vonstattengehen. Ethische Erschütterungen, Kummer, sowohl unerwartete Niederlagen als auch Erfolge können den Energiefluss unterbrechen. Wenn die Weltereignisse schrecklich sind, können ganze Epidemien auftreten, die man jedoch unterschiedlich bezeichnen wird. Man wird die Epidemien auf Herzerkrankungen, Erkältungen oder Magenkrankheiten zurückführen wollen, ohne die wahre Ursache beim Namen zu nennen. Man wird eine Zunahme von Nervenerkrankungen feststellen, doch zieht letztlich jede Krankheit das Nervensystem in Mitleidenschaft. Die Therapie sollte sowohl auf körperlicher wie auf geistiger Ebene erfolgen. Notwendig ist eine beständige Zuwendung zu erhabenen Werken. Man muss sich in ruhiger Weise den Denkspruch Salomons wiederholen: ‘Auch das wird vergehen.’ Wenn die Selbstsuggestion unzureichend stark ist, so kann eine Suggestion von außen her durchgeführt werden. Nützliche Medikamente kennt ihr bereits: Nux vomica, Arsenicum album, Ferrum metallicum und, natürlich, der alte Freund Baldrian. Bei Kräfteverfall – Moschus. Warme Bäder sind immer nützlich. Das übrige hängt von der lokalen Erkrankung ab. So kann man in den verschiedenen Phasen psychischer Anspannung helfend eingreifen. Die Menschen sollten nicht annehmen, solche Epidemie verdiene keine Aufmerksamkeit. Im Gegenteil, alle die Nervenzentren betreffenden Erscheinungen können sich schnell ausbreiten. Unkenntnis der Ursachen wird immer zu schlechten Folgen führen. Wenn man dann auch noch alle möglichen Selbstvergiftungen hinzunimmt, so ergibt sich ein trauriges Bild. Man wird sagen: ‘Ihr jagt uns schon wieder Schrecken ein!’ Doch dann ist jeder ärztliche Rat eine Einschüchterung. Wenn Wir eine Gefahr heraufziehen sehen, so müssen Wir auch davor warnen. Jemand wird über die Zuwendung zu erhabenen Werken spotten. Für ihn ist die Musik wie sämtliche Kunst nur Müßiggang. Er kennt das Wort ‘Ekstase’ nicht und hält es für ein schädliches Vorurteil. Der Denker kannte solche Spötter. Er sprach: ‘Der Staat muss unverbesserliche Unwissende vertreiben. Mögen sie sich irgendeine Insel suchen. Das Meer allerdings wird einen solchen Hort der Dummheit verschlingen. Die Gesetze der Natur kann man nur bis zu einem bestimmten Grade stören.’

‹ § 494 · Inhaltsverzeichnis · § 496 ›