Urusvati weiß, dass ein langes irdisches Leben für sich genommen nicht als unbedingtes Vorbild dienen kann. Doch kann es, außer dem Atavismus, drei Gründe geben, die das Leben auf der Erde verlängern können: erstens, wenn ein Mensch eine bestimmte Arbeit beenden möchte, die dem Gemeinwohl dient; zweitens, wenn ein Mensch danach strebt, jemandem oder einer Sache zu helfen; drittens, was nicht weniger einleuchtend ist, wenn ein Mensch Ereignisse bezeugen kann, die bisher unrichtig beleuchtet wurden. Doch für alle drei Gründe ist bewusstes, unaufhaltsames Streben erforderlich. Diese letztgenannte Bedingung darf nicht von zersetzenden Umständen, unter ihnen an erster Stelle die Angst, betroffen werden. Eifriges Streben wird unmöglich, wenn Angst es verwässert. Es lässt sich auf chemischem Wege prüfen, wie sehr die Angst Leben vernichtet. Natürlich zersetzen sowohl Bosheit, Neid und alle übrigen finsteren Gewohnheiten die Energie, weshalb der Mensch auch nicht allein mit Worten überzeugen kann, er sei voller Selbstaufopferung. Man kann sich Selbstaufopferung unmöglich einreden, wenn sie nicht in der Tiefe des KELCHES angelegt ist. Die Menschen werden versichern, dass sie nichts fürchten, werden jedoch beim ersten Anlass zittern. Möge in den Schulen Tapferkeit erprobt werden. Man kann sich ein ganzes Schulfach vorstellen, in dem die Schüler beantworten müssen, wie sie bei verschiedenen Gefahren handeln würden. Man darf nicht fordern, dass die Kinder gleich Findigkeit offenbaren, doch kann man sie durch ständigen Unterricht in Lebenserkenntnis zu mutigen Entscheidungen führen. Solch ein Wettkampf der Findigkeit wird die beste Übung der Gehirntätigkeit sein. Später werden die Schüler verstehen, wie die besten Tatmenschen zu höchster Bestrebung gelangten. Der Denker forderte, dass Seine Schüler sich wenigstens an einem Tag der Woche dem Marathon der Findigkeit widmeten. Er wusste, dass diese Rüstung im Leben oft gebraucht wird.