Bruderschaft II, § 445

Urusvati weiß von der Unbegrenztheit aller gedanklichen Manifestationen, einschließlich des freien Willens. Die Menschen können den freien Willen sogar kosmischen Erscheinungen entgegensetzen. Es darf nicht erstaunen, wenn sogar ein Gesetz durch die Bemühungen freien Willens erschüttert wird. Daher rührt die Vielzahl karmischen Unglücks. Die Menschen rufen stärkste Erschütterungen hervor, statt dem vom Kosmos vorgegebenen Weg zu folgen. Man darf nicht davon ausgehen, dass die Harmonie des Kosmos von der Hartnäckigkeit des freien Willens nicht verletzt werden könnte. Doch wird sie nicht nur einfach verletzt, sondern eine Spur der Zerstörung durchzieht alle Sphären. Weise des Altertums versuchten, den Menschen mit Erzählungen über Helden, die mit fernen Welten zu sprechen vermochten, ins Gewissen zu reden, doch wurden aus den Erzählungen Märchen, die niemand mehr für wahr hält. Auch im gegenwärtigen Jahrhundert, das als energetisches Zeitalter bezeichnet wird, messen die Menschen der Macht des Gedankens wie ehedem keine Bedeutung bei. Es ist erfreulich, wenn man an den Universitäten beginnt, an der Gedankenübertragung zu arbeiten. Leider laufen diese Forschungen bisher auf bloße mechanische Verfahren hinaus, die der Menschheit keine Aufklärung über die Bedeutung des Gedankens als einer äußerst feinstofflichen Energie vermitteln können. Die Erkenntnis des Gedankens muss auch zur Disziplin des freien Willens führen. Es ist notwendig zu verstehen, dass den ganzen Planeten überziehende Ereignisse von der Wut des ungezügelten freien Willens abhängen. So durchlebt die Erde das Harmagedon, doch auch in dieser Katastrophe hat der freie Wille große Bedeutung. Unirdische Kräfte könnten ohne langandauernde Beteiligung der Menschheit eine solche Katastrophe nicht herbeiführen. Ich bitte, der Epidemie des Wahnsinns Aufmerksamkeit zu widmen. Man darf das Geschehen nicht einzelnen Personen zuschreiben, sondern muss erkennen, dass es die Völker sind, welche die weltweiten Erschütterungen fördern. Es wäre falsch anzunehmen, dass die Ereignisse von selbst kämen und wieder vergingen. Geht vielleicht nun die vor etwa zweitausend Jahren ausgestreute Saat auf? So sorgfältig bewahrt der Raum die Manifestationen des Denkens auf. Der Denker wies darauf hin, dass die Menschen ihre Umstände verstehen könnten, wenn sie in sehr alte Archive schauen würden.

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