Bruderschaft II, § 444

Urusvati weiß, dass die uranfängliche Energie umso stärker in Erscheinung tritt, je bewusster sie aufgenommen wird. Dieser Umstand war die Grundlage dafür, diese Energie als Lebensenergie oder göttliche Energie zu bezeichnen. Der Mensch ist befähigt, mittels der uranfänglichen Energie zu handeln, wenn sie für ihn unbestreitbar ist. Die Menschen können diese Kraft fühlen, wenn sie sie lieben. Ein überzeugter Arzt wird einem Kranken die von ihm am meisten begehrte Speise verordnen. Genau das Gleiche geschieht, wenn für den Erfolg eines Experiments diejenige Materie festgelegt wird, mit der sich der Betreffende am allerliebsten beschäftigt. Sogar der einfachste Mensch fühlt in seinem Inneren, was ihm besonders nahesteht. Es lassen sich bemerkenswerte Experimente durchführen, in denen die für einen bestimmten Organismus geeigneten Substanzen herausgefunden und verglichen werden. Man kann sich davon überzeugen, dass der Mensch selbst das für ihn Nützliche erfühlt, doch muss man alles daran Fremde, nicht eigentlich Zugehörige beiseitelassen, da anderenfalls Trinker behaupten werden, dass ihnen nur der Wein nützlich sei. Zur unterscheidenden Erkenntnis der Neigungen eines Menschen muss man sich manchmal der Suggestion bedienen. Der Mensch wird nicht nur von ihm nützlichen Lebensmitteln sprechen, sondern auch Mineralien, Metalle und Pflanzen nennen, derer er am meisten bedarf. Hierbei wird eine verblüffende, unwiederholbare Individualität zutage treten. Es wird dabei sichtbar, dass der Mensch die unterschiedlichsten Dinge nennt, die sich auf den ersten Blick gegenseitig auszuschließen scheinen, doch bei feinstofflichen chemischen Untersuchungen wird man sehen können, dass sich gewisse Verbindungen als nützlich erweisen. Überhaupt muss das grundlegende Prinzip der Individualität klar erkannt werden, besonders in der gegenwärtigen Zeit. Die Menschen sind dagegen bestrebt, alles gleichzumachen und zu verallgemeinern, doch die Natur zeigt in jeder Erscheinung Individualität. Wenn man den Reichtum dieser Grundlage versteht, kann man leicht über natürliche Weiterentwicklung nachdenken. Man sollte in allem die Bedeutung der Individualität anerkennen. Alle, die sich gegen die Relativität der menschlichen Unterschiede auflehnen, sollten gleichzeitig auch das Gesetz der Individualität anerkennen. Es gibt keine Erscheinung auf der Erde, die nicht eine prägnante Individualität aufweisen würde. Wir haben vom Ektoplasma gesprochen, das jedem Menschen zu eigen ist, doch jedes Inerscheinungtreten von Ektoplasma wird individueller Natur sein. Dasselbe lässt sich auch von der Absonderung des feinstofflichen Körpers sagen. Alle existierenden, mit Zwang arbeitenden Verfahren werden eher hinderlich sein, da gewöhnlich keine Vorschrift auf die Individualität Rücksicht nimmt. Umso mehr schätzen Wir es, wenn der Mensch auf individuelle Weise an einen Gegenstand herantritt. Der Denker sprach: ‘Jeder Mensch hat seinen unvergleichlichen Weg.’

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