Bruderschaft II, § 443

Urusvati weiß von der Existenz kosmischer Freude, kosmischer Traurigkeit und kosmischer Unruhe. Der Kosmos lebt, und die Bekundungen seines Lebens werden sich auch in irdischen Empfindungen widerspiegeln. Man kann persönliche Erlebnisse empfinden, man kann durch irdische Erschütterungen in Unruhe versetzt werden, darüber hinaus jedoch wird man auch kosmischen Empfindungen nicht ausweichen können. Sie stehen nicht in Bezug zum menschlichen Leben, kündigen weder Erdbeben noch die übrigen Nöte des Planeten an und wirken sich dennoch auf ein feinfühliges Herz aus. Gewöhnlich verstehen die Menschen nicht, dass die ihnen innewohnende psychische Energie unbegrenzt ist. Mit irdischen Worten sind überirdische Erlebnisse nicht wiederzugeben, doch besitzen sie alle Eigenschaften des menschlichen Mikrokosmos. So kann man auch vom Makrokosmos sagen, dass er sich freut oder traurig ist. Es wird kein Fehler sein, den kosmischen Gedanken als etwas Fühlendes zu verstehen. Und ein feinfühliges irdisches Herz wird mit dem großen Wellenschlag der Gezeiten der kosmischen Energie gemeinsam schwingen. Unzweifelhaft ist diese Energie einzigartig, doch sind ihre Erscheinungen derart verschieden, dass der menschliche Verstand jeder Eigenschaft ihre besondere Bezeichnung zu geben versucht. Es wird vorstellbar, wieviel Irrtümer aus solchen eigenmächtigen Abgrenzungen der einen Energie entstehen. Es ist völlig richtig, dass einzelne Eigenschaften der Energie zufällig in Erscheinung treten. Natürlich ist diese Zufälligkeit relativ, da es im Kosmos grundsätzlich keine Zufälligkeit geben kann. So ist nicht selten der Atem des Kosmos fühlbar. Die Menschen haben seit alters her den Atemrhythmus gesucht und dabei versucht, sich dem Großen Atem zu nähern. Ein Lehrer muss darlegen, dass es dreierlei Gefühlsempfindungen geben kann: persönliche, planetare und kosmische. Der Denker sah in allem Einheit und Dreiheit.

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