Bruderschaft II, § 446

Urusvati weiß, dass der freie Wille sogar in der Feinstofflichen Welt in Erscheinung tritt. Nur in den höheren Sphären befindet er sich in Harmonie mit den höheren Formen der psychischen Energie, woraus sich wahre Zusammenarbeit ergibt. In den niederen und mittleren Sphären hingegen ist häufig ein Zweikampf wahrnehmbar; die dort Lebenden wollen die Zweckmäßigkeit der Daseinsgesetze nicht anerkennen. Besonders erbärmlich anzusehen ist es, dass solche Bewohner einer Verkörperung zu entgehen versuchen. Sie wissen genau, dass sie bei ihrer karmischen Last in der Feinstofflichen Welt keine weiteren Fortschritte machen können und ziehen dennoch eine bestimmte Verwirrung vor, nur um keinen neuen Erdenweg auf sich nehmen zu müssen. Wir nennen ihren Zustand Verwirrung, auch wenn man ihn als Qual bezeichnen könnte. Niemand anderes quält sie, doch selbst in den niederen Schichten wird fühlbar, dass dort kein weiterer Fortschritt zu erreichen ist. Solche Widerspenstigkeit des freien Willens beweist, dass die Betreffenden während des irdischen Weges ihr Bewusstsein nicht erweitert haben und keinerlei Neigung hegten, den Kosmos zu verstehen. Überdies hatten sie natürlich auch keine Liebe zur Hierarchie in sich. Diesen Umstand muss man wohl verstehen. Die Menschen sprechen viel von Liebe und Ergebenheit, ohne ihnen aber Ausdruck zu verleihen. Die Menschen sprechen viel vom Lehrer, wenden jedoch keine Mühe auf, eine feste Verbindung zu knüpfen. Wir sagen nicht, dass die Menschen sich dem Lehrer ganz überlassen sollen. Im Gegenteil raten Wir zu weitgehender Selbsttätigkeit, doch wird im Inneren des Herzens die Liebe brennen. Erst dann wird auch das Feuer als Antwort zu leuchten beginnen. Erklärt es wie ihr wollt, und sei es als elektrischen Strom, doch solche wahre Liebe wird eine feste Leitung sein. Auch echtes Vertrauen erwächst nur aus der Liebe. Der Denker glaubte fest daran, dass die Liebe eine göttliche Gabe sei.

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