Bruderschaft II, § 441

Urusvati weiß, wie notwendig es ist, der Ungelehrigkeit energisch Einhalt zu gebieten. Wir haben an das Prana-Yama erinnert, gleichzeitig aber auch auf die natürlichen Wege des Aufstiegs. Liegt darin nicht ein Widerspruch? Erklären wir also: Wir lehnen das Prana-Yama nicht ab und weisen sogar auf seine Nützlichkeit hin. In manchen Fällen wird Prana-Yama wie eine Medizin für den Organismus wirken. Wir raten jedoch immer zu einer leichten Form des Prana-Yama. Wir sehen die Atmung als einen wichtigen Vorgang, doch in allem wird ein natürliches Prana-Yama die allerbeste Lösung sein. Die Menschen sollten sich nicht nur zu bestimmten Zeiten der Reinigung des Atems widmen. Der Reinheit der Atmung bedürfen sie nämlich im Verlauf des Tages mehrfach. So ist es daher heilsam, vor der Aussprache bedeutsamer Worte einige Male frisches Prana einzuatmen. Ein solches natürliches Prana-Yama entspricht der heutigen Lage der Dinge. Man könnte sagen, dass Redner sich dieser Methode oft bedienen. Doch üben sie diese selten bewusst aus. Indessen verwandelt gerade die Bewusstheit jeden Atemzug. Auf solche Weise gesprochen wird jemand, der Einwände erhebt, verstehen, dass Wir eine bestimmte Eigenschaft des Prana-Yama ausdrücklich bestätigen, doch quälende Anwendungsarten aus alter Zeit müssen überprüft werden. Desgleichen müssen auch die Ansichten über das Kastenwesen erneuert werden. Im fernen Altertum waren solche Beschränkungen weise in Betracht gezogen worden. Doch die Evolution hat inzwischen viele Umläufe vollzogen, und weise wird es heute sein, die Lebensbedingungen neu zu bewerten. Möge vorurteilsvolles Denken kein Hindernis sein. Der Denker lehrte, dass auf der Erde kein Zustand von Sklaverei herrschen dürfe, anderenfalls könne die Natur des Menschen nicht göttlich sein.

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