Bruderschaft II, § 433

Urusvati weiß, dass sogar die Großen Tatmenschen bei jeder Verkörperung unterschiedliche Eigenschaften offenbaren. Wenn man eine ganze Reihe von Verkörperungen betrachtet, kann man sich von der Perlenkette der Aufspeicherungen überzeugen. In diesem Zusammenhang ist besonders aufschlussreich, wie unterschiedlich die Reihenfolgen sich gestalten. Man darf nicht annehmen, dass die Eigenschaften sich irdischem Verständnis gemäß bilden und jede Verkörperung eine direkte Fortsetzung der vorangegangenen sei. Das Gesetz der Evolution ist in seinen Strukturen sehr viel weiter gefasst. Von den überirdischen Höhen ist besser zu sehen, auf welche Weise der Geist sich vervollkommnen muss. Es besteht kein Widerspruch darin, dass ein Geist neue Facetten überirdischer Ordnung gemäß erhält. Doch nicht nur im Verlauf mehrerer Verkörperungen vollziehen sich verschiedene Aufspeicherungen, sogar während eines einzigen irdischen Lebens kann man einen Wechsel der Wünsche und Bestrebungen beobachten. Dies kann natürlich in einem involutionären Prozess erfolgen; dann fällt der Mensch in Primitivität und Stumpfsinn. Nun jedoch spreche Ich nicht von solchen finsteren Erscheinungen, sondern möchte im Gegenteil hervorheben, wieviel ein Mensch im Verlauf eines einzigen irdischen Lebens anzusammeln vermag. Man kann unbegrenzt lernen. Der Impuls des wachsenden Bewusstseins wird eingeben, auf welch unterschiedliche Weise man suchen kann. Und bei solchem Suchen helfen Wir. Wir lenken die Aufmerksamkeit des Betreffenden auf ein neues Buch. Wir regen nützliche Wendungen von Gesprächen an. Wir senden Gedanken über neue Entdeckungen. Wir verhüten unmerklich schadenbringende Irrtümer. Es bereitet Freude, Hilfe unbemerkt zu erweisen. Wir schätzen es, wenn die Kämpfer beherzt die Schläge der Finsternis abwehren. Mögen die Menschen sich hin und wieder daran erinnern, wie sie in der Feinstofflichen Welt belehrt wurden, wie sich ihnen lichte Wesen näherten und das Wachstum des Bewusstseins den Lehrern die Möglichkeit gab heranzutreten. Genauso vollzieht es sich auch im irdischen Leben. Der Denker vertraute manchmal Seinen Schülern an, dass Er zwei Leben in sich fühle – ein lichtes und ein anderes, dunkles, doch dass das lichte als Führer in die Höheren Welten erscheine. Das lichte Leben sei immer wach: ‘Ruft es, und es wird antworten!’

‹ § 432 · Inhaltsverzeichnis · § 434 ›