Bruderschaft II, § 434

Urusvati weiß von dem herrschenden Irrtum, dass die Kräfte des Bösen auf dem irdischen Plan mächtiger in Erscheinung treten würden als die guten Kräfte. Dieser Irrtum beruht auf einer nur vom irdischen Standpunkt aus gemachten Beobachtung. Gewiss rauben die finsteren Kräfte das Ektoplasma und entsprechen dem Gesetz des Weltalls nicht. Die Menschen sagen nicht selten, dass die finsteren Gebilde klarer in Erscheinung treten würden als die verschwommenen Gestaltungen der lichten Wesen. Doch auch diese Beurteilung ist nur vom irdischen Plan aus richtig. Die Kraft liegt jedoch nicht in äußerlicher Deutlichkeit begründet, sondern in der Macht der Energie, die jedoch unsichtbar ist. Dennoch sind die irdischen Beobachtungen nicht bedeutungslos. Gewiss leben die niederen Schichten von den irdischen Ausstrahlungen. Die Bewohner jener Schichten werden zur Erde hingezogen und versuchen ihr Tun fortzusetzen, anders gesagt, Böses zu schaffen. Man braucht ihnen das Böse nicht erst beizubringen, denn sie haben es auf der Erde gelernt und setzen ihr Handeln instinktmäßig fort, da ihnen das Gute langweilig und fade zu sein scheint. Man braucht auch nicht zu erwarten, dass für solch böses Tun irgendwelche Hierophanten des Bösen erforderlich seien. Auf der Erde ist selbst der kleinste düstere Bewohner in der Lage, genügend Böses zu vollbringen, und feinstoffliche Wesenheiten, die das ganze Ergötzen an bösem Tun bereits kennen, nähern sich ihnen. Wenden wir uns jedoch den Lichten Kräften zu. Wir haben bereits gesagt, wie behutsam Sie die uranfängliche Energie gebrauchen und wie Sie das Gesetz des Weltalls beachten. Sie wissen, dass jede ungesetzliche Verschwendung von Energie sich auf das gesamte Weltengebäude auswirkt. Sie arbeiten für die Wahrung des Gleichgewichts. Kann man diese erhabene Arbeit mit den nichtigen Angriffen des Bösen vergleichen?! Wer vermag zu behaupten, die Erde könne auch ohne die Energie des Lichts bestehen? Wer entschließt sich, den ausdruckslosen Glanz boshafter Wesenheiten mit dem Leuchten der höheren Sphären zu vergleichen? Vergessen wir jedoch nicht, dass die Menschen solcher Ermahnungen bedürfen. Der Denker rief mitunter aus: ‘Bürger, euer Auge ist nicht nach gewöhnlicher Art konstruiert, es ist bösem Tun zugewandt, und eure Ohren sind gespannt, etwas Böses zu erfahren!’

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