Bruderschaft II, § 432

Urusvati weiß, dass die Hilfe hoher Wesenheiten gewöhnlich eine geistige ist, mitunter jedoch auch materieller Art sein kann. Überlieferungen erinnern oftmals an das Auftreten vertrauter Personen, die nützliche Ratschläge geben, wobei sie hinzufügen, dass ihnen nur ein einziges Mal zu helfen erlaubt sei. Solche Hinweise sind bei verschiedenen Völkern im Verlauf vieler Jahrhunderte zu finden. Solche Zeugnisse entsprechen gewiss weitestgehend der Wahrheit. Nur in Ausnahmefällen ist es erlaubt, in das Karma einzugreifen und dabei mit irdischen Maßnahmen einzuwirken. Mögen die Freunde daran denken, dass sogar in den höchsten Sphären durch das Karmagesetz bedingte Grenzen existieren. Von den Erdbewohnern stellt sich niemand vor, wie schwierig es ist, ihnen materielle Hilfe zukommen zu lassen. Normalerweise geht ihr geistige Hilfe voraus, doch werden solche Ratschläge selten angenommen, da man sie als ein Zusammentreffen von Zufällen auffasst. Es bekümmert Uns sehr, wenn Unser Rat abgelehnt oder seine Umsetzung hinausgezögert wird. Doch selbst materielle Hilfe wird nicht immer angenommen. Man rechtfertigt sich in der Regel damit, dass Unsere Wege sich allzu unerwartet öffnen würden. Die Menschen können sich nicht vorstellen, dass die Bedingungen solcher Hilfe völlig außerhalb irdischer Beurteilung liegen können. Die Ursache für solch ein Verhalten ist ein Mangel an Vorstellungskraft. Die Menschen zwingen sich somit selbst die Möglichkeit eines einzigen Ausweges aus ihrer Lage auf, und jede ihnen ungewohnte Auffassung erscheint ihnen bereits unanwendbar. Daher ist es so nützlich, den Zeugnissen verschiedener Völker Aufmerksamkeit zu schenken. Nur im Vergleich der sehr unterschiedlichen Auffassungen kann man sich die Verschiedenartigkeit der existierenden Bedingungen vorstellen. Deshalb muss man sich dazu erziehen, auf die kleinsten Rufe aufmerksam zu hören. Das Herz wird einem die Echtheit anzeigen. Überaus erfreut sind Wir dagegen, wenn Wir eine natürlich gewachsene Beobachtungsgabe bemerken. Die Lehre des Lebens erfordert vor allem eine klare Erkenntnis der grundlegenden Gesetze. Der Denker sprach: ‘Ich vermag es nicht in Worte zu fassen, in welch weitem Maße Wir uns auf der Grundlage erhabener Gesetze bewegen, doch das Herz kennt ihren unaussprechlichen Sinn.’

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