Bruderschaft II, § 403

Urusvati weiß, dass die meisten Menschen es vorziehen, in den Grenzen teilnahmslosen Anfängerdaseins zu verbleiben, anstatt verantwortungsbewusste Zusammenarbeit zu üben. Nicht genug dessen wünschen sie, reine Zuhörer und Leser ohne jegliche Folgen zu bleiben. Wenn die Stunde eintritt, da es unerlässlich sein wird, die Kraft des Geistes unter Beweis zu stellen, werden auch die Zuhörer auseinanderlaufen. Man muss an historische Verrate erinnern, bei denen die Anhänger eine ungewöhnliche Begabung des Verschwindens offenbarten. Die Verräter befinden sich immer unter denen, die wohlunterrichtet sind, worüber man sich indessen nicht wundern darf, da sie sonst nichts zu verraten hätten. Lehrreich ist es jedoch, das Schicksal solcher Verräter zu beobachten. Manchmal endeten sie in düsterer Verzweiflung, oftmals aber wendete sich ihr Leben in ein trübes Dahinvegetieren. Erinnert euch, wie das Leben der Verräter der Erretterin verlief. In den Augen aller verloren sie ihre Talente und eilten gekränkt in die Finsternis. Einige von ihnen versuchten umzudenken, doch verdunkelte die Last des Karmas ihr Bewusstsein sehr. Der Menschheit wurden einige Fristen gegeben, um sich an Verrate zu erinnern, die das Karma eines ganzen Volkes gestalteten. Natürlich wird das menschliche Bewusstsein auch durch solche beeindruckenden Beispiele wenig gerührt. Wie ein kleiner Stein keine großen Wellen zu schlagen vermag, kann auch ein gefühlloses Herz nicht gegen die Finsternis aufstehen. Mögen aber solche Herzen am Erinnerungstag fühlen, wie finster ein Verräter ist. Der Denker wies darauf hin, dass Verrat von den Göttern nicht vergeben werden kann.

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