Urusvati weiß, was Kummer und Freude bedeuten. Wer aber weiß das nicht? Der Goldene Weg jedoch gleicht beide aus, und daher lehrte Der Weise den Mittleren Weg. Die Menschen sind nicht imstande zu erkennen, wo höhere Freude und wo tiefer Kummer herrscht. Nicht selten strich der Pfeil des Kummers bereits vorüber, doch der Mensch fürchtet sich immer noch und leidet. Genauso kann auch die Freude bereits entflogen sein, und dennoch will der Mensch sich weiterhin unter der Einbildung ihres Eindruckes befinden. Raten Wir etwa zur Gefühllosigkeit, gar um mit einer Verminderung des Kummers auch die Freude fortzuwischen? Niemals jedoch werden Wir auf Gefühllosigkeit verweisen, da sie gleichbedeutend mit Erstarrung wäre. In allem weisen Wir auf Lebendigkeit hin, bewahren aber vor Phantomen. So raten Wir auch zur klaren Erkenntnis, wo die Stichwunde des Kummers sitzt und wo höhere Freude heranweht. Auf der Erde wie in der Feinstofflichen Welt muss man die Freude erkennen und den Kummer überwinden können. Vom Kämpfer wurde gesagt, dass er derselbe in Freude und Kummer sei, derselbe im Sieg wie in der Niederlage. Wir sprechen nicht von Gefühllosigkeit, sondern von einer derartigen Anspannung, in der die Extreme durch die Schnelligkeit der Bewegung ihre Schärfe verlieren. Des Öfteren spreche Ich über schlechte Nachrichten und füge nun das Wort über die Freude hinzu. In großer Beweglichkeit überwindet der Wanderer sowohl Berge als auch Abgründe. Er ist von Aufgaben derart erfüllt, dass die Bestrebung ihn auf den Flügeln des Erfolges davonträgt. Wir befinden Uns in einer solchen Anspannung, und die Bestrebung verleiht der Zeit und den Ereignissen besondere Maße. Der Denker bat, als Er sich bei irdischer Arbeit befand: ‘Möge Kummer kein Hindernis und Freude kein blendendes Licht sein!’