Bruderschaft II, § 392

Urusvati weiß, dass zur Voraussicht von Ereignissen die Verbindung vieler Bedingungen erforderlich ist. Neben astrologischen Zeichen ist die Mitwirkung höherer Kräfte nötig, doch darüber hinaus auch menschheitliches Denken. Wie ist es möglich, Ereignisse Jahrzehnte im Voraus zu sehen? Wenn wir alle Bedingungen zusammenfügen, wird verständlich, dass eine Vorstellung zukünftiger Ereignisse bereits in feinstofflichen Tafeln eingeprägt sein kann. Viele werden sich wundern, wozu menschheitliches Denken dienen könnte. Wenn wir uns jedoch bereits vorhergesagter Ereignisse erinnern, wird sichtbar, dass das menschheitliche Denken schon in einem gewissen Sinne in die aufgezeigte Richtung gearbeitet hatte. Natürlich kann ein einzelner solcher Gedanken noch keine Tafeln in der Feinstofflichen Welt schaffen, doch wenn ein Zusammenschluss der von oben und von unten kommenden Ströme erfolgt, kann sich eine charakteristische Vergegenwärtigung des Zukünftigen ergeben. Dabei lässt sich feststellen, in welch kurzen Bildern diese Ereignisse gezeigt werden. Es wird ein Telegramm gegeben, und geschärfte Augen und Ohren nehmen die Bilder des Zukünftigen wahr. Man muss insbesondere begreifen, dass menschliches Denken mit den höchsten Sphären zusammenarbeitet. Vor langem wurde gesagt, dass das Antlitz des Menschen durch das Denken geschaffen wird. Wir bewahren viele solcher Tafeln, und es lässt sich daran studieren, wie die Menschen ihre Evolution schufen. Urusvati hat nicht nur einmal gesehen, wie die zukünftige Geschichte verschiedener Völker sich ergab. Wir studieren nicht die bedingten Zusammenschlüsse der Länder, sondern blicken in die Zukunft, wo die Folgen vieler Irrtümer sichtbar werden. Wenn die Menschen meinen, Frieden stelle sich ein, so wird möglicherweise zur selben Zeit in die feinstofflichen Tafeln eine ganz andere Formel eingraviert werden. Der Denker verglich das Denken eines einzigen Tages mit einem früchtetragenden Baum.

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